F.A.Z. Bücher-Podcast

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F.A.Z. Bücher-Podcast episodes

  • Vom Kunstraum zur Folterkammer: Stanislaw Assejews erschütternder Gefängnisbericht „Heller Weg, Donezk“
    Paul Ingendaay im Gespräch mit Volker Weichsel

    Heute geht es um eine weitere Facette des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, dessen Beginn sich demnächst zum zweiten Mal jährt: den russischen Unterdrückungsapparat nach innen, konkret, den Bericht aus dem Foltergefängnis „Isolation“ im Donbass, den der ukrainische Journalist Stanislaw Assejew geschrieben hat. „Isolation“ war zunächst ein Industriestandort und danach ein Ausstellungsort für die freie Kunstszene. Seit der kriegerischen Annexion des Donbass 2014 ist „Isolation“ ein vom russischen Geheimdienst FSB etablierter, jeder Kontrolle entzogener Schauplatz für Entmenschlichung, Sadismus, Folter und sexuelle Gewalt. Stanislaw Assejew, der mit Mitte zwanzig dorthin verschleppt wurde, kam erst zweieinhalb Jahre später durch einen Gefangenenaustausch frei. Seitdem widmet er sich unter anderem der Aufgabe, die russsischen Folterer und Kriegsverbrecher der ukrainischen Justiz zuzuführen.

    Wie in der Gefängnisliteratur üblich, geht es um die Besonderheiten eines fürchterlichen, alle Vorstellungskraft übersteigenden Ortes und die Leidensfähigkeit des Individuums, aber auch um die Widerstandskraft durch das Schreiben, und sei es mit dem Bleistiftstummel auf einem Fetzen Papier, der dem Autor bald wieder weggenommen wird: Schreiben war ein Teil von Assejews Rettung. Im Bücher-Podcast spreche ich mit einem der drei Übersetzer des Buches, Volker Weichsel, Redakteur der Zeitschrift „Osteuropa“.

    „Heller Weg, Donezk: Bericht aus einem Foltergefängnis“ von Stanislaw Assejew ist erschienen im Suhrkamp Verlag, hat 256 Seiten und kostet 20 Euro. Aus dem Russischen übersetzt von Anselm Bühling, Henriette Reisner und Volker Weichsel.

    48 min
  • „Lass uns keine Sätze mit ’früher’ beginnen“: Iris Wolff über ihren neuen Roman „Lichtungen“
    Maria Wiesner und Fridtjof Küchemann im Gespräch mit der Autorin – und ein neues Literaturrätsel

    Von Lev und Kato, dem Freundespaar in Iris Wolffs neuem Roman „Lichtungen“, heißt es im Buch einmal: „Sie beschlossen, ihre Nationalität nicht so wichtig zu nehmen wie jenes veränderliche, wachsende Netz unterschiedlichster Prägungen – aus Musik, Geschichte, Sprichwörtern.“ Und von Levs Großvater, der noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs aus Rumänien flieht, heißt es viel früher: „Bis neunzehnhundertneunzehn gehörte Siebenbürgen, ebenso wie die Maramuresch, zu Österreich-Ungarn, erklärte Ferry, dann zum Königreich Rumänien, zwanzig Jahre später wieder Ungarn, vier Jahre später wieder Rumänien. Das alles sei, wie Lev sich vorstellen könne, enervierend gewesen. Jetzt entscheide er selbst. Warum sollte die eigene Entscheidung schlechter sein als jene, die irgendwelche Leute in irgendwelchen Hauptstädten trafen?“

    „Lichtungen“ ist ein Buch über Zugehörigkeit, über die Zugehörigkeit der beiden Hauptfiguren zueinander, im Wechselspiel der Zeit, aber auch über die Zugehörigkeit zu Ländern, zu Sprachräumen. Eine Besonderheit: Der Roman beginnt mit dem letzten Kapitel und arbeitet sich von dort aus langsam zum Beginn der Geschichte zurück. Iris Wolffs Geschichte beginnt – das Buch also endet – in Rumänien, als der Kalte Krieg noch die Grenzen bestimmt. Jedes Kapitel entblättert ein weiteres Stück der Vergangenheit, erzählt vom Entstehen einer Freundschaft, vom Familienleben in rumänischen Dörfern, vom Wald in Osteuropa, vom Loslassen, vom Aufbrechen und davon, wie wichtig es ist, den richtigen Moment nicht zu verpassen. In dieser Episode des Bücher-Podcasts haben wir Iris Wolff zu Gast. Anschließend gibt es ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen, die Lösung aus dem Dezember 2023 und den Namen des Gewinners oder der Gewinnerin.

    Iris Wolffs neuer Roman „Lichtungen“ auf der Website des Verlags Klett-Cotta

    Die Website der Autorin Iris Wolff

    „Ins Früher geführt“: Andreas Platthaus über Iris Wolffs Roman „Lichtungen“

    „Lockruf des Wassers“: Andreas Platthaus über Iris Wolffs Roman „Die Unschärfe der Welt“

    faz.net/literaturraetsel: Die Seite für Ihre Teilnahme am Literaturrätsel

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    53 min
  • Oft ging es bewusst unter die Gürtellinie: Markus Kavka spricht über seine Zeit bei MTV und VIVA
    Kai Spanke im Gespräch mit dem Autor

    „Wir sind VIVA. Und wir sind mehr als nur ein Fernsehsender, denn wir sind euer Sprachrohr und euer Freund, und ab heute bleiben wir für immer zusammen, okay?“ Mit diesen Worten begrüßte Heike Makatsch die Zuschauer zum Start des Musiksenders VIVA. Das war im Dezember 1993. Der dahindilettierende Kanal brauchte nicht lange, um den Konkurrenten MTV abzuhängen. VIVA wurde professioneller, selbstbewusster und wichtiger. Von 1995 an gab es VIVA Zwei. Schwerpunkt: Adult-Contemporary-Musik. Ein Flop. Die Neupositionierung erfolgte drei Jahre später. Schwerpunkt: Independent, Alternative und elektronische Musik. Ein Hit. Nicht mit Blick auf die Quote, aber auf die Qualität. Dann schwächelte VIVA, sein Ableger wurde eingestellt – und MTV war schließlich doch wieder erfolgreicher.

    1995 kam der Musikjournalist Markus Kavka zu VIVA. Er moderierte ein Heavy-Metal-Format, ging zu VIVA Zwei und später zu MTV. Zusammen mit dem ehemaligen Programmdirektor von VIVA Zwei und MTV, Elmar Giglinger, hat er nun das Buch „MTViva liebt dich!“ herausgegeben – eine Rückschau aus der Perspektive derjenigen, die die wichtigste Phase des Musikfernsehens in Deutschland mitgestaltet haben. Unter ihnen sind Farin Urlaub, Judith Holofernes, Fettes Brot und Sido. Im Bücher-Podcast erzählt Markus Kavka, wie er diese Zeit erlebte, was von Pop heute noch zu erwarten ist, wie es sich anfühlt, einen wild um sich schießenden Künstler zu interviewen, und warum manches, was damals halbwegs normal anmutete, inzwischen nicht mehr gesendet werden könnte.

    „MTViva liebt dich!“, herausgegeben von Markus Kavka und Elmar Giglinger auf der Website des Ullstein Verlags

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    47 min
  • „Einverstanden, dass man mir dieses Buch übelnimmt“: Deborah Feldman über „Judenfetisch“
    Ein Abend aus dem Literaturhaus Frankfurt

    Es gibt, stellt Deborah Feldman fest, unzählige Geschichten von Leuten in Deutschland, die behaupten, jüdisch zu sein, obwohl sie es gar nicht sind. Andere sind zum Judentum konvertiert und hätten damit Macht und Einfluss gewonnen. „Was für Strukturen gibt es in diesem Land, die dazu führen, dass einerseits Menschen diese Sehnsucht überhaupt spüren, solche Identitäten zu vereinnahmen“, fragt sie, „und was haben wir hier eingerichtet, das es ihnen so leicht macht, diese Strukturen zu missbrauchen, und zwar gegen andere Juden?“

    In ihrem jüngsten Buch „Judenfetisch“ beschäftigt sich die Autorin, die mit ihrem in deutscher Übersetzung 2016 veröffentlichten Buch „Unorthodox“ bekannt wurde, mit dem Machtfaktor, der Jüdischsein zumindest in Deutschland bedeutet.

    Am 6. Dezember war Deborah Feldman mit „Judenfetisch“ zu Gast im Literaturhaus Frankfurt. Mit Andreas Platthaus hat sie über den Kampf um Vertretungsansprüche und staatliche Mittel gesprochen, die Wunden deutscher Juden und die Aufgaben der liberalen Juden in der ganzen Welt.

    In der Veranstaltung haben sich Gäste aus dem Publikum zu Wort gemeldet, deren Stimmen auf der Aufnahme nur leise zu vernehmen sind, weil sie kein Mikrophon hatten. Wir bitten um Nachsicht für diese Einschränkung in der Tonqualität.

    Deborah Feldmans Buch „Judenfetisch“ auf der Website des Luchterhand Literaturverlags

    „Leben wir in einer vorurteilsbehafteten Gesellschaft?“: Deborah Feldman zu Gast bei den „Jungen Köpfen“ der F.A.Z.

    „Ich sage jetzt, was hier wirklich abgeht“: Ein Interview von Julia Encke und Jürgen Kaube mit Deborah Feldman

    Das Programm des Literaturhauses Frankfurt

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    1 hr 30 min
  • Blick ins Dunkle: Die besten Krimis des Jahres 2023
    Paul Ingendaay im Gespräch mit Peter Körte

    Die Kriminalliteratur - die gute, und nur von ihr wollen wie hier sprechen - ist unendlich vielfältig, kennt zahlreiche Länder, Ermittlertypen, Verbrechensarten und ein breites Angebot an Milieus, Regionen, Tönen und Atmosphären. Durch den Krimi, könnte man sagen, sieht der moderne Mensch die Welt, die er bewohnt. Oft sagt der Krimi auch etwas über die Gesellschaft, manchmal sogar mehr als die sogenannte „ernste“ Literatur, und in viel mehr Fällen, als man gemeinhin glaubt, hält sich große Kriminalliteratur über sechzig, siebzig Jahre hinweg und geht nicht unter, während Bücher mit sogenanntem „höheren Anspruch“ schon vergessen sind.

    Am ersten Sonntag des neuen Jahres schauen wir zurück auf das Beste, was deutsche Verlage an Krimis im Jahr 2023 so herausgebracht haben. Unser Jahresrückblick gewissermaßen, subjektiv, parteiisch und all das, aber nicht völlig ahnungslos, mit Liebe zum Genre sowieso. Damit all das mit einer gewissen Expertenschaft einhergeht, spreche ich im heutigen Bücher-Podcast mit meinem Kollegen Peter Körte, dem Filmkritiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – und Autor der einmal im Monat erscheinenden Krimikolumne in der F.A.Z.

    **Denis Lehane: Sekunden der Gnade. Übersetzt von Malte Krutzsch. Diogenes, 400 Seiten, 26 Euro.

    Kenneth Fearing: Die große Uhr. Übersetzt von Jakob Vandenberg. Elsinor, 200 Seiten, 20 Euro.

    Matthias Wittekindt: Fünf Frauen: Ein alter Fall von Kriminaldirektor a. D. Manz. Kampa, 352 Seiten, 19 Euro.**

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    52 min
  • Zwischen Silvester und Neujahr: Fünf Kinderbücher über die Zeit und das Reisen in der Zeit
    Tilman Spreckelsen und Fridtjof Küchemann über Klassiker von P.L. Travers, Edith Nesbit und Philippa Pearce

    Zwischen den Jahren: So werden die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr gerne genannt. Für Erwachsene mag damit verbunden sein, dass oft (oder am liebsten) nicht viel passiert in dieser Zeit, eine Ahnung oder Hoffnung von Ruhe und Müßiggang. Und für Kinder? Es gibt Kinder, für die klingt diese seltsame Redeweise nach einem Versprechen: Was könnte nicht alles passieren in dieser Lücke zwischen einer Zeiteinheit und der nächsten?

    Die Lücke in der Zeit, eine Lücke zum Hineinschlüpfen: Das ist ein Thema, das sich in einigen Kinderbüchern findet. Überhaupt ist die Zeit, die Zeitreise, aber auch das Begreifen von Zeit ein großes Thema für kleine Leute.

    2023 fällt der Silvestertag auf einen Sonntag, also gibt es an diesem Tag eine neue Folge des Bücher-Podcasts. Der 31. Dezember ist der fünfte Sonntag im Monat, also ist einmal mehr Tilman Spreckelsen Gast im Bücher-Podcast, der Kinder- und Jugendbuchexperten der F.A.Z., um über eine Handvoll Kinderbücher zu sprechen, die sich mit Zeit beschäftigen, aus unterschiedlichen Perspektiven, in unterschiedlichen Zeiten. Das älteste ist mehr als hundert Jahre alt.

    „Jetzt – Bis du diesen Satz zu Ende gelesen hast, werden auf der Erde 24 Kinder geboren sein“ von David Böhm auf der Website des Karl Rauch Verlags

    „Mary Poppins öffnet die Tür“ von P.L. Travers wurde zuletzt im Jahr 2005 mit 238 Seiten für 7,50 Euro in der Reihe Dressler Klassiker veröffentlicht und ist gerade leider nicht mehr neu erhältlich.

    Auch Edith Nesbits „Kinder von Arden“ ist zuletzt in der Reihe Dressler Klassiker erschienen und gerade leider vergriffen, 2001 hat es bei 268 Seiten gebunden 7,50 Euro gekostet.

    „Türme, Paläste und Kathedralen – Eine Zeitreise durch die Geschichte der Architektur“ von Dieter Bartetzko ist 2008 in der Reihe „Bücher mit dem blauen Band“ bei S. Fischer erschienen, hat damals mit seinen 528 Seiten im Schuber und mit dem besagten blauen Lesebändchen 19,90 Euro gekostet und ist leider auch nicht mehr neu zu haben.

    „Als die Uhr dreizehn schlug“ von Philippa Pearce ist zuletzt im Jahr 2016 bei Aladin erschienen. Das Buch hat 256 Seiten, kostete neu 14,95 Euro und ist leider, wie es sich offenbar für tolle Bücher über die Zeit gehört, ebenfalls vergriffen.

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    53 min
  • Was für ein Mann möchte ich sein? Christian Dittloff, Paul Brodowsky und Fikri Anıl Altıntaş über ihre neuen Bücher
    Ein Abend aus dem Literaturhaus Frankfurt

    Sie greifen Themen und Stimmungen auf, die in dieser Gesellschaft in der Luft liegen, über das Verhältnis der Geschlechter zueinander, über Bilder und Konstruktionen von Männlichkeit, über patriarchale Strukturen, und sie werden bei diesem Nachdenken sehr persönlich. Alle drei Autoren unternehmen Tiefenbohrungen in die Familien, aus denen sie kommen, in die Milieus, in die gesellschaftlichen Umstände, in die deutsche Normalität der Achtziger- und Neunzigerjahre, in denen sie großgeworden sind.

    Sie schauen in die Spiegel und dann in die Rückspiegel, wie einer von ihnen, Christian Dittloff, es formuliert, und schreiben von großer Aufrichtigkeit geprägte Texte, in denen Fragen verhandelt werden wie: Wer oder was hat mich geprägt? Wer sind meine Vorbilder? Wer war mein Vater? Wer bin ich als Vater? Was für ein Mann möchte ich sein?

    Am 13. November waren die Schriftsteller Christian Dittloff, Paul Brodowsky und Fikri Anıl Altıntaş im Literaturhaus Frankfurt zu Gast. Es moderierte Lena Bopp.

    „Prägung – Nachdenken über Männlichkeit“ von Christian Dittloff auf der Website des Berlin Verlags

    Paul Brodowskys Roman „Väter“ auf der Suhrkamp-Website

    „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ von Fikri Anıl Altıntaş auf der Website des btb Verlags

    Das Programm des Literaturhauses Frankfurt

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    1 hr 25 min
  • Sexuelle Phantasien sind oft gewaltsam und alltagsfern: Madita Oeming spricht über Pornos
    Kai Spanke im Gespräch mit der Autorin

    In Deutschland geben 96 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen zwischen 18 und 75 Jahren an, schon einmal Pornos gesehen zu haben. Das war nicht immer so. 1988 kamen in der Bundesrepublik angeblich 22 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen ungefähr einmal im Monat mit Pornos in Kontakt. Ob solche Zahlen zuverlässig sind, ist fraglich, denn man darf annehmen, dass Leute beim Thema Pornographie nicht immer wahrheitsgemäß Auskunft erteilen. Die Pornowissenschaftlerin Madita Oeming sagt: „Wir haben bis heute weder als Gesellschaft noch als sexuelle Individuen einen Umgang mit Pornos gefunden.“

    Gerade einmal 38 Prozent der Erwachsenen in Deutschland finden Pornos moralisch unbedenklich. Die Filme stehen unter dem Verdacht, Gewalt zu fördern, Impotenz herbeizuführen, süchtig zu machen, Beziehungen zu beschädigen, frauenfeindlich und erniedrigend zu sein. Immer wieder heißt es, man müsse sie verbieten. Auf der anderen Seite besuchen in jeder Minute weltweit rund 100.000 Menschen die Seite Pornhub.com. Wie ernst man Vorbehalte gegen Pornographie nehmen muss, was es bedeutet, dass „Lesbian“ die mit Abstand beliebteste Kategorie auf Pornhub ist, und warum sich im Kampf gegen das Genre Radikalfeministinnen mit rechten Gruppen zusammentun – all das erläutert Madita Oeming in dieser Folge des Bücher-Podcasts.

    „Porno“ von Madita Oeming auf der Website des Rowohlt Verlags

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    44 min
  • An den Aliens kann es nicht liegen: Emma Braslavsky über ihren Roman „Erdling“
    Fridtjof Küchemann im Gespräch mit der Autorin – und ein neues Literaturrätsel

    Menschen sind nie besonders gut darin gewesen, Zeit überhaupt zu begreifen. „Wie auch? Die Sinneseindrücke trügen, sie simulieren und manipulieren.“ So ist es zu lesen in „Erdling“, dem neuen Roman von Emma Braslavsky, in dem wir atemlosen Leserinnen und Leser eine – Thomas Mann, der auch seinen Auftritt im Buch hat, hätte wohl gesagt: – Detektivin-Darstellerin bei ihrem ersten Fall. Eigentlich gefällt sich Emma Erdling darin, als Andreas von Erdling auf Kosten ihrer schwerkranken Erbtante in den Sozialen Netzwerken Geschichten von sich als Detektiv zu posten. Und dann verirrt sich doch ein Mandant zu ihr ins Büro in einer teuren Gegend Berlins, niemand Geringeres als Oskar Lafontaine, und er berichtet, dass seine Freundin Sahra entführt worden sei, allerdings nicht von Menschen, und entführt sei vielleicht auch nicht das richtige Wort, außerdem, stellt er auf Nachfrage klar, glaube er nicht an Außerirdische.

    Was folgt, ist ein wilder Ritt durch Raum und Zeit auf den Spuren von Sahra Wagenknecht, mehr noch allerdings auf den Spuren der Raum- und Zeit- oder auch Raumzeitreisen in der deutschen Literaturgeschichte der letzten drei Jahrhunderte, der deutschen Konzepte vom Leben auf anderen Planeten, der politischen Phantasien über Außerirdische und ihren Kontakt zu auserwählten Erdlingen, ein Kurzschluss von deutscher Geistesgeschichte mit Science-Fiction und Quantenphysik. Ein Psychotrip.

    „Erdling“ ist ein Roman voller Kapriolen, schräger Begegnungen, unglaublicher Unterhaltungen, großartiger Entdeckungen und Erkenntnisse. In dieser Folge ist seine Autorin, Emma Braslavsky, Gast. Nach dem Gespräch gibt es ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen, die Lösung aus dem November und den Namen des Gewinners oder der Gewinnerin.

    „Erdling“ von Emma Braslavsky auf der Website des Suhrkamp Verlags

    faz.net/literaturraetsel: Die Seite für Ihre Teilnahme am Literaturrätsel

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    1 hr 8 min
  • Wie das Feuer unter den Worten brennt: Acht Erzählungen von Willa Cather
    Paul Ingendaay im Gespräch mit der Herausgeberin und Übersetzerin Agnes Krup

    Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich im Bücher-Podcast noch nie ein Buch der Anderen Bibliothek behandelt habe, diese ehrwürdige, von Hans Magnus Enzensberger begründete Reihe bibliophiler Bücher, die heute im Aufbau Verlag erscheint und es inzwischen auf 468 Bände gebracht hat. Nach rund 40 Jahren mit einem der schönsten Buchunternehmen der Welt können wohl viele anhand der Titel der Anderen Bibliothek einen wichtigen Teil ihrer Lesebiographie erzählen.

    Zur Weihnachtszeit stellt die Andere Bibliothek acht Stories der großen amerikanischen Autorin Willa Cather vor, herausgegeben, übersetzt und mit einem kundigen Nachwort versehen von Agnes Krup. Wenn der Namen Willa Cather Ihnen nicht sofort ein Begriff ist, sind Sie in guter Gesellschaft. „In der Breite“, wie man so sagt, ist Cather nämlich nicht mehr bekannt. Dabei ist sie eine fabelhaft schreibende Autorin, und auch wenn sie schon gut 75 Jahre tot ist – oder gerade deshalb! -, lohnt sich das Neulesen und Wiederlesen. Die meisten der Texte waren noch nie auf Deutsch zu lesen. Im Gespräch mit der Herausgeberin und Übersetzerin streife ich durch Leben und Werk einer Autorin, die eine Wiederentdeckung verdient.

    „Der verwunschene Fels“ von Willa Cather ist erschienen in der Anderen Bibliothek im Aufbau Verlag, hat 323 Seiten und kostet 48 Euro. Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Agnes Krup.

    46 min

About F.A.Z. Bücher-Podcast

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Die F.A.Z.-Redakteure Maria Wiesner, Fridtjof Küchemann und Kai Spanke stellen im Bücher-Podcast der F.A.Z. ausgewählte Neuerscheinungen und Klassiker der Literatur vor. Sie sprechen mit Schriftstellern, Übersetzern und anderen Experten des Literaturbetriebs und beschäftigen sich mit den Eigenheiten des literarischen Lebens und Lesens. Jeden Sonntag erscheint eine neue Episode. Einmal im Monat wird ein Literaturrätsel gestellt und unter den Einsendern der richtigen Lösung ein Buch verlost. Viel Spaß beim Mitmachen!

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