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Die Mutter hat sich das Leben genommen, und ihre drei Töchter – 48, 32 und 16 Jahre alt – treffen sich in Miku Sophie Kühmels neuem Roman "Triskele" in ihrer Wohnung. Sie sind mit der gleichen Frau aufgewachsen, aber nicht miteinander. Im Gespräch mit Maria Wiesner stellt die Autorin ihr Buch am F.A.Z.-Stand auf der Buchmesse vor.
"Triskele" von Miku Sophie Kühmel ist im S. Fischer Verlag erschienen, hat 272 Seiten und kostet 23 Euro.
Er war "Barrikadenpianist" und Salonmusiker, er wurde zum Attentäter, musste ins Gefängnis und fliehen, als er wieder rauskam: In seinem neuen Roman "Radio Nacht" erzählt Juri Andruchowytsch die Geschichte von Josip Rotsky. Im Gespräch mit Sandra Kegel stellt der Autor sein Buch am F.A.Z.-Stand auf der Buchmesse vor.
"Radio Nacht" von Juri Andruchowytsch wurde aus dem Ukrainischen übersetzt von Sabine Stöhr, ist bei Suhrkamp erschienen, hat 472 Seiten und kostet 26 Euro.
Wie kann ein mehr als hundertsiebzig Jahre alter Roman auf alle wesentlichen Fragen von heute klare, aktuelle, zukunftsweisende Antworten haben? In "… über Emily Brontë" schildert Mithu Sanyal, wie sie in "Sturmhöhe" eigene Fremdheitserfahrungen wiederfand. Im Gespräch mit Elena Witzeck stellt die Autorin ihr Buch am F.A.Z.-Stand auf der Buchmesse vor.
Mithu Sanyal "… über Emily Brontë" ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, hat 160 Seiten und kostet 20 Euro.
Er hat den Anspruch, mündig und eigenverantwortlich zu sein, und erlebt sich in einer komplexer werdenden Welt doch zunehmend als einflusslos: Durch zahlreiche Fallstudien konturieren die Sozialforscher Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey den Protesttypus des libertären Autoritäre. In ihrem Buch "Gekränkte Freiheit" arbeiten sie heraus, wie dessen Ruf nach individueller Souveränität zur Bedrohung der Demokratie werden kann. Im Gespräch mit Patrick Bahners stellen Autorin und Autor ihr Buch am F.A.Z.-Stand auf der Buchmesse vor.
"Gekränkte Freiheit – Aspekte des libertären Autoritarismus" von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey hat 480 Seiten und kostet 28 Euro.
Mehr als die Hälfte Spaniens ist verwaist. Während sich die Einwohner zu rund fünfundsiebzig Prozent auf Madrid und die Küstenregionen verteilen, besteht der Rest des Landes aus vielen sterbenden Dörfern. Die dortige Bevölkerungsdichte wird in Europa nur von Lappland und Teilen Finnlands unterschritten. Dabei gilt: Je kleiner der Ort, desto älter die Menschen, die in ihm leben. Noch in den Sechzigerjahren fehlte es zahlreichen spanischen Gemeinden am selbstverständlichsten Komfort. Wer Madrid mit dem Auto verlässt, muss dreihundert Kilometer fahren, um in der nächsten Stadt anzukommen.
„Das leere Spanien ist ein anderes Land“, schreibt der Journalist Sergio del Molino. Sein Buch zum Thema ist im Original 2016 erschienen. Es hat gleichsam über Nacht Parlamentsdebatten ausgelöst und zu weiteren Buchveröffentlichungen geführt. Heute gibt es Fernsehdokumentationen über das entvölkerte Spanien, Zeitungen berichten regelmäßig darüber – und Molino ist ein gefragter Kolumnist. Warum das Buch, das nun auch auf Deutsch vorliegt, so erfolgreich ist, was es auszeichnet und an Themen wie Stilen vereint, darüber spreche ich mit Paul Ingendaay in dieser Episode unseres Bücher-Podcasts.
Die Adresse für Anregungen, Lob und Kritik
„Eine andere Geschichte der Abgehängten“: Paul Ingendaays Besprechung von Sergio del Molinos Buch „Leeres Spanien“
Es ist mehr als dreißig Jahre her, dass Spanien Gastland der Frankfurter Buchmesse war. In diesen Jahrzehnten sind manche Autoren kanonisch geworden wie der jüngst verstorbene Javier Marías („Mein Herz so weiß“, „Morgen in der Schlacht denk an mich“) oder auch der schon 2015 gestorbene Rafael Chirbes, der besonders in Deutschland mit Romanen wie „Krematorium“ und „Am Ufer“ als wichtigster Chronist der spanischen Krise gilt. Wer aber sind die neuen, jüngeren Stimmen? Woher kommen sie, wovon erzählen sie, vor allem: wie?
Bei mehr als 400 spanischen Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt ist ein Überblick fast unmöglich, aber ein paar Stimmen lassen sich vernehmen, einige Trends bestimmen und neue Schreibweisen erkunden. In diesem Bücherpodcast spreche ich mit Irene Vallejo, Autorin des spanischen Sachbuchbestsellers „Papyrus“, ferner mit der Erzählerin Cristina Morales sowie dem Autor Isaac Rosa. Außerdem behandele ich im Schnelldurchgang einige andere spanische Neuerscheinungen - die vollständige Titelliste folgt hier:
Kiko Amat: „Träume aus Beton“. Übersetzt von Daniel Müller. Heyne Verlag.
Milena Busquets: „Meine verlorene Freundin“. Übersetzt von Svenja Becker. Suhrkamp Verlag.
Najat El Hachmi: „Am Montag werden sie uns lieben“. Übersetzt von Michael Ebmeyer. Orlanda Verlag.
Almudena Grandes: „Die drei Hochzeiten von Manolita“. Übersetzt von Roberto de Hollanda. Hanser Verlag.
Javier Marías: „Tomás Nevinson“. Übersetzt von Susanne Lange. S. Fischer.
Cristina Morales: „Leichte Sprache“. Übersetzt von Friederike von Criegern. Matthes & Seitz.
Isaac Rosa: „Im dunklen Zimmer“. Übersetzt von Luis Ruby. Liebeskind.
Irene Vallejo: „Papyrus“. Übersetzt von Maria Meinel und Luis Ruby. Diogenes.
Eigentlich hatte es ein ganz anderes Buch werden sollen, erzählt Martin Kordić, doch schon nach den ersten drei Sätzen entwickelte sich die Geschichte in eine ungeplante Richtung. Die Sätze sind geblieben am Anfang von "Jahre mit Martha", dem zweiten Roman des Schriftstellers.
Seine Figuren haben ihn einfach mitgenommen, mitgenommen in die Beziehungsgeschichte von Željko, dem Erzähler, den wir kennenlernen, als er fünfzehn ist, und Martha, einer erwachsenen Frau, einer Professorin. Ihre Geschichte wirft ein Schlaglicht darauf, was es heißt, in diesem Land als Kinder von Eltern aufzuwachsen, die auf dem Bau und als Putzfrau bis zum Umfallen arbeiten, die aus der Herzegowina noch Deutschland gekommen sind und die eine Heimat nie ganz hinter sich gelassen haben, während sie in der anderen nicht wirklich haben ankommen können. Deren Nachname es seiner Herkunft nach noch den Kindern schwer macht.
Was zwischen Željko und Martha passiert, ist schöner und schlauer als alles, was man erwarten oder befürchten könnte. Wie sich der Junge aus den Einschränkungen durch seine Herkunft herausarbeitet und wieder von ihnen eingeholt zu werden droht, ist klug konstruiert und erzählt. Was es heißt, aus einem Land zu kommen, gekommen zu sein vor vielen Jahren, das später ein Krieg zerrissen hat, schlägt mit einer solchen Wucht in den Roman, dass nicht nur Martha davon richtig schlecht wird.
Wir haben mit Martin Kordić über "Jahre mit Martha" gesprochen, über die Arbeit am Roman, seine Hintergründe und das literarische Geschick, die Figuren ihren Weg finden zu lassen. Außerdem stellen wir noch ein neues Literaturrätsel, verraten die Lösung aus dem August und natürlich auch, wer diesmal unseren Buchpreis gewonnen hat.
"Jahre mit Martha" von Martin Kordić auf der Website des S. Fischer Verlags
"Die Krümmung der Welt": Simon Strauß über den Roman "Wie ich mir das Glück vorstelle", das Debüt von Martin Kordić
faz.net/literaturraetsel: Die Seite für Ihre Teilnahme am Literaturrätsel
Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik
Der Arktische Ozean ist 15,5 Millionen Quadratkilometer groß und hat eine durchschnittliche Wassertiefe von 1200 Metern. Die Landmasse der Antarktis wiederum misst 13,5 Millionen Quadratkilometer. Daran schließt sich das Eis des Südpolarmeers an. Beide Regionen sind am stärksten von der Erderwärmung betroffen. Zugleich sind die Klimamodelle für die Pole besonders unsicher. Was dort wann und wie zu erwarten sein wird, weiß niemand ganz genau. Worauf sich die meisten Forscher allerdings einigen können: Bis September 2050 werden wir mindestens einmal eine fast eisfreie Arktis im Sommer erleben.
Die Meereisphysikerin Stefanie Arndt reist regelmäßig in die Polarregionen und hat nun ein Buch über ihre Arbeit vorgelegt. Darin geht es genauso um die Bedeutung des Golfstroms für das Klima in Europa wie um Pinguine oder Eisbären, deren Lebensraum bedroht ist. Im Podcast erzählt Stefanie Arndt von der Schönheit der Arktis und Antarktis, sie schildert, welche Folgen das Abschmelzen der Polkappen hätte, und sie verrät, warum man sich am Südpol nicht so dick einpacken muss, wie man vermuten würde.
Die Adresse für Anregungen, Lob und Kritik
„An Dauerregen und extreme Hitze werden wir uns gewöhnen müssen“: Kai Spankes Besprechung des Buchs „Expeditionen in eine schwindende Welt“
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