Ist das normal?

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Ist das normal? episodes

  • "Starke Berührungen, Druck und Schmerz machen auch ein High"

    Was für die einen hemmungslos und leidenschaftlich klingt, ist für andere eher rücksichtslos und brutal: Was ist "rough sex"? Warum finden viele es heiß, wenn es beim Sex auch mal härter wird, mit leichten Schlägen, spucken, Beschimpfungen, festerem Zustoßen? "Es geht um Kontrolle, Schmerz und das Aufbrechen sexueller Normen", sagt die Psychotherapeutin Laura Kuhle. Nur wo liegt die Grenze zwischen Lust und Risiko?

    "Wirklich sicheren Sex gibt es nie", sagt Laura Kuhle. Gerade deshalb seien Respekt und Gleichberechtigung essenziell für guten "rough sex". Mit den Podcasthosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm spricht sie über die Gründe, warum solche Praktiken beliebter werden, warum sie nicht mit BDSM zu verwechseln sind und wir mehr über Konsens sprechen müssen.

    Mehr zu unserer Gästin und weitere Infos

    • Laura Kuhle ist Wissenschaftlerin, psychologische Psychotherapeutin sowie Sexual- und Paartherapeutin.
    • In dieser Folge sprechen wir über Erkenntnisse aus einer Vielzahl von Studien. Etwa zur Verbreitung von "rough sex", gerade auch unter jungen Menschen: Perspectives on Sexual and Reproductive Health: Döring et al., 2024, Arch Sex Behav: Herbenick et al., 2021, Journal of Sexual Medicine: Herbenick et al., 2020 und 2021, PLoS One: Herbenick et al., 2017. Zur Frage, welche Rolle Konsens beim Aushandeln von gewissen Praktiken spielt und wie diese erlebt werden: Sexuality Research and Social Policy: Herbenick et al., 2024 und Archives of Sexual Behavior: Herbenick et al., 2022. Und zur Frage der Bedeutung von "rough sex" über Geschlechter- und Identitätsgrenzen hinweg: Journal of Sex and Marital Therapy: Valdivia et al., 2022.

    Weitere Sexpodcastfolgen zum Thema

    • "BDSM ist einvernehmliche Gewalt, das ist für viele das Erregende daran"

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    1 hr 10 min
  • "Man kann alles weglachen, schlimmer als der Tod ist eh nichts"

    Katja Lewina ist mit ihren Bestsellern über Sexualität, Scham und ihre eigenen Beziehungen bekannt geworden. Nun hat sie über den Tod geschrieben. 2021 verstarb plötzlich ihr siebenjähriger Sohn. Sie selbst erfuhr kurz danach, dass sie mit einer unheilbaren Herzerkrankung lebt, die jeden Moment ihr Leben beenden kann. "Der Tod verschärft die Instinkte und zeigt, was und wer einem guttut", sagt Katja. Sie hat ihr Leben und ihre Beziehungen komplett umgekrempelt.

    "Ich habe es verdient, glücklich zu sein – gerade weil mein Kind gestorben ist", erzählt die Autorin im Gespräch mit den Podcast-Hosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm. Locker, direkt und ohne Bullshit beschreibt Katja, wie die Endlichkeit ihr Leben bestimmt und wie sie sich nutzen lässt – für klare Prioritäten und mehr Gelassenheit. Sie selbst sei mittlerweile gutes Beziehungsmaterial geworden, sagt sie, denn: "Am Ende zählt nichts außer: Wer ist da und wen habe ich geliebt?"

    Mehr zu unserer Gästin

    • Katja Lewina ist freie Autorin. Ihre Bücher zu sexueller Selbstbestimmung von Frauen und Männern sowie ihren eigenen Beziehungen wurden Bestseller. Lesungen und weitere Infos findet ihr auf ihrer Website unter katjalewina.de. Auf Instagram postet Katja unter @katja_lewina.
    • In ihrem aktuellen Buch Was ist schon für immer schreibt sie über den Tod und das Leben mit der Endlichkeit.
    • In dieser Folge empfiehlt Katja das Buch In die Sonne schauen: Wie man die Angst vor dem Tod überwindet des US-amerikanischen Psychiaters und Schriftstellers Irvin D. Yalom.

    Weitere Sexpodcastfolgen mit Katja Lewina

    • "Frauen beschimpft man mit zu viel Sex, Männer mit zu wenig"
    • "Männern fehlt die Bühne, um über Unsicherheit und Druck zu sprechen"

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    57 min
  • "Liebt man richtig, wenn man keine Eifersucht empfindet?"

    Wer sie hat, will sie am liebsten sofort wieder loswerden: Eifersucht. Sie fängt klein an und kann schnell alles vergiften – Freundschaften, Familien und Beziehungen. Wie geht man am besten mit ihr um? "Man sollte die Eifersucht nicht ans Steuer lassen", sagt die Psychologin und Therapeutin Judith Gastner. Sie dürfe auf den Beifahrersitz. Wenn sie nervt, kommt sie auf den Rücksitz, in den Kofferraum oder wir setzen sie aus. Nur werde sie wohl immer wieder einsteigen.

    Der miese Gefühlscocktail sei etwas universell Menschliches, sagt Judith. Und das: "Eifersucht wird nur zum Problem, wenn Paare sie als Problem empfinden." Was genau sie damit meint, erzählt Judith den Podcasthosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm. Und sie erklärt, was einem über die eigene Eifersucht klar sein sollte und weshalb es keine gute Idee ist, die Person, mit der man zusammen ist, in ihrer Eifersucht allein zu lassen.

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    • Judith Gastner ist seit mehr als 20 Jahren Psychologin, Psychotherapeutin und Paartherapeutin mit eigener Lehrpraxis in München. Sie hat die wissenschaftlich fundierte Onlineplattform PaarBalance mitgegründet, die Menschen dabei unterstützt, eine Beziehungskrise zu überwinden (beispielsweise nach einer Affäre), ihre Partnerschaft insgesamt zu stärken und ein besseres Verständnis für die Dynamik in der eigenen Beziehung zu gewinnen.

    Weitere Sexpodcastfolgen zum Thema

    • "Viele Paare kämpfen gegen die Realität"
    • "Wenn sich Paare wieder in den Arm nehmen, dann tut sich was"
    • "Beziehungsglück bedeutet, nichts festhalten zu wollen"

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    55 min
  • "Sex in Freundschaften verbindet, weil er verbindlich ist"

    Kuscheln unter Freunden ist okay, aber Erotik tabu? Bloß nicht, sagt der Autor und Content-Creator Ole Liebl. Er hat das erste Sachbuch zu Freundschaft plus oder "friends with benefits" geschrieben. In der Partnerschaft spiele Sexualität oft eine sehr starke und gleichzeitig normierende Rolle. "In der Freundschaft als Beziehungsform liegt oft eine andere Freiheit", sagt Ole. "Die Art und Weise, wie diese Beziehung geführt wird, unterliegt weniger starren Skripten."

    Den Hosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm hat er erzählt, was sich von der sexuellen Freundschaft lernen lässt und was Freundschaften sich auch von Partnerschaften abschauen können. Auf dem literarischen und politischen Frohen Festival haben die drei auf der Bühne über unsere intimsten Beziehungen gesprochen, über das, was sie ausmacht und wie sie unser Leben verändern können.

    Mehr zu unserem Gast

    • Ole Liebl ist Autor und Content-Creator. 2024 ist sein Sachbuch Freunde lieben. Die Revolte in unseren engsten Beziehungen erschienen. Auf TikTok und Instagram klärt er aus queerfeministischer und wissenschaftlicher Perspektive über verschiedene Themen rund um Sexualität, Geschlecht und Beziehungen auf.

    Mehr zum Sexpodcast

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    59 min
  • "Was kann ich tun, um im Streit nicht wieder getriggert zu werden?"

    "Dankbarkeit ist eines der wichtigsten Werkzeuge, um zu versöhnen", sagt Eric Hegmann. Der Therapeut berät in seiner Praxis und in der TV-Doku-Serie Die Paartherapie Menschen, die Probleme in Ehe und Partnerschaft haben. Eine der größten Herausforderungen: der Umgang mit Ärger, Streit und Wut. Kein Paar, keine Familie und sicher auch keine gute Freundschaft kommt ohne Auseinandersetzungen aus. Nur wie verzeiht man richtig? Was braucht eine aufrichtige Entschuldigung? Und wie lernt man aus den eigenen Fehlern?

    Mit den Podcasthosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm spricht Eric darüber, warum es so wichtig ist, eine Beziehung, die man erhalten will, nach Verletzungen, Konflikten und Betrug wieder zu reparieren. Er gibt konkrete Tipps und Anleitungen und wird kurzerhand sogar für die Hosts therapeutisch tätig.

    Mehr zu unserem Gast

    • Eric Hegmann ist Paartherapeut und Mitgründer der Modern Love School, die Paare und Singles mit Onlinekursen helfen will. Er hat mehrere Bücher über Liebe, Partnersuche und Beziehungen geschrieben. Das Neueste heißt Erzähl mir mehr, das Entwicklungsfragebuch für Paare.
    • In seiner ARD-TV-Doku-Serie Die Paartherapie und dem gleichnamigen NDR-Podcast hilft er echten Paaren in der Krise.

    Weitere Sexpodcastfolgen zum Thema

    • "Viele Paare kämpfen gegen die Realität"
    • "Beziehungsglück bedeutet, nichts festhalten zu wollen"
    • "Es geht nie um die blöde Sachebene, sondern immer um Gefühle"

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    1 hr 16 min
  • "Wie wäre das, sie mit anderen zu sehen – egal ob Mann oder Frau?"

    Der Sexpodcast ist zurück – mitten in einer echten Paartherapie. Annika und Leander, beide Anfang 20 und glücklich zusammen, fragen sich: Wie öffnen wir unsere Beziehung, ohne den anderen zu verletzen? Sie wollen etwas mehr Abenteuer und sexuelle Erfahrungen auch mit anderen Menschen machen. Mit ihrer Paartherapeutin, der Psychologin Sonja Bröning, besprechen sie, was beide brauchen, um sich damit wohlzufühlen.

    Dass sie für diesen Schritt bereit sind, haben sie bereits in der letzten Sexpodcastfolge mit Sonja festgestellt. Nun geht es darum, ins Handeln zu kommen. Die Podcast-Hosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm hören mit euch in die Therapiesitzung rein und befragen Sonja, wie sie Annika und Leander zu einem Deal führen will, bei dem beide gewinnen. Annika braucht dabei Sicherheit, Leander ist seine Autonomie wichtig. Wie kommen beide zusammen?

    Mehr zu unseren Gästen

    • Sonja Bröning ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Medical School Hamburg und forscht unter anderem zu Liebes- und Familienbeziehungen. Zugleich arbeitet sie als systemische Paar- und Sexualtherapeutin in eigener Praxis. Mehr zu ihrer Arbeit erfahrt ihr auf ihrer Website und auf Instagram.
    • Wir bedanken uns bei allen Paaren, die sich für diese Folge beworben haben, und ganz besonders bei Annika und Leander, die mitgemacht haben.

    Die erste Folge Paartherapie mit Sonja Bröning

    • "Sexuell exklusiv zu sein, ist nicht, was unsere Beziehung ausmacht"

    Weitere Sexpodcastfolgen zum Thema

    • Was in einer Paartherapie wirklich passiert
    • "Zu hoffen, der andere ändert sich, ist bequem – und nutzlos"

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    1 hr 29 min
  • "Sexuell exklusiv zu sein, ist nicht, was unsere Beziehung ausmacht"

    Kommt mit uns in eine echte Paartherapiesitzung. Annika und Leander treffen die Psychologin Sonja Bröning, weil sie mit dem Gedanken spielen, zu daten – außerhalb ihrer gemeinsamen Beziehung. Beide haben sich in der Oberstufe kennengelernt und sind seit sieben Jahren glücklich zusammen. Lassen sie Erfahrungen aus, die andere in ihrem Alter machen, die nicht schon so früh zusammengekommen sind? Beide überlegen, ob Sex und Nähe auch mit anderen Menschen möglich wären, ohne die gemeinsame Beziehung zu gefährden.

    Sollen wir unsere Beziehung öffnen? Und wie geht das, ohne den Partner zu verletzen? Darum geht es in den Sitzungen von Annika und Leander. Mit ihrer Therapeutin Sonja besprechen die Podcasthosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm außerdem, wie es ihr gelingt, mit Annika und Leander zu prüfen, ob sie für diesen Schritt bereit sind und was ihnen davor klar sein sollte.

    Mehr zu unseren Gästen

    • Sonja Bröning ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Medical School Hamburg und forscht unter anderem zu Liebes- und Familienbeziehungen. Zugleich arbeitet sie als systemische Paar- und Sexualtherapeutin in eigener Praxis. Mehr zu ihrer Arbeit erfahrt ihr auf ihrer Website und auf Instagram.
    • Wir bedanken uns bei allen Paaren, die sich für diese Folge beworben haben und ganz besonders bei Annika und Leander, die mitgemacht haben.

    Weitere Sexpodcastfolgen zum Thema

    • Was in einer Paartherapie wirklich passiert
    • "Zu hoffen, der andere ändert sich, ist bequem – und nutzlos"

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    1 hr 27 min
  • "Drag war für mich lebensrettend"

    "Meine Queerness war einfach da und hat die Leute ganz schön irritiert", erzählt Barbie Breakout, die sich als Kind Tina nannte, weil ihr klar war: Ein Junge bin ich nicht. Anders war die nicht binäre Dragqueen, Aktivistin und Gastgeberin der Reality-TV-Show "Drag Race Germany" immer schon. Im Sexpodcast – live von der Bühne der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung – erzählt sie den Hosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm von Übergriffen in ihrer Kindheit, wie die Kunstform Drag in ihr Leben kam und wie ihr die Community geholfen hat, sich von Selbsthass und der Meinung anderer zu lösen.

    Heute setzt sie sich für HIV-Aufklärung ein, gegen Homophobie und rechte Propaganda. 2024 war sie Botschafterin des Christopher Street Day in Leipzig – in einem Jahr, in dem zahlreiche queere Demos das Ziel von Nazis waren. Parteien wie die AfD, sagt Barbie, bräuchten Feindbilder: "Ob das jetzt Migrant:innen sind, das Gendern oder Dragqueens, die harmlos Kindern vorlesen, dass sie sich nicht umbringen müssen, wenn sie anders sind, ist dann relativ egal – was funktioniert, ist Angst." Dagegen helfe nicht, auf Social Media Storys zu posten, sondern der Weg in die Unbequemlichkeit: "Wir müssen uns wieder zumuten, auf Demos zu gehen, wo vor uns vielleicht eine Naziblockade ist." 

    Mehr zu unserer Gästin

    • Barbie Breakout ist Künstlerin, Aktivistin und Moderatorin. Mehr aus Barbies Leben hört ihr in ihrem Buch "Tragisch, aber geil 2.0", das auf Spotify abrufbar ist. Zudem ist sie Teil des Kulturpodcasts "2old2dieYoung" mit Tatjana Berlin und Paul Schulz. Weitere Inhalte teilt sie auf ihrem YouTube-Kanal.
    • Sie war Host der ersten Staffel "Drag Race Germany", der deutschen Ausgabe von "RuPaul's Drag Race", einer mit zahlreichen Emmys ausgezeichneten US-amerikanischen Reality-TV-Show, in der Dragkünstler:innen um den Titel des nächsten Drag-Superstars kämpfen.

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    51 min
  • "Die meisten Männer sind grottige Liebhaber"

    Leistungsorientiert, zielfokussiert und schnelllebig sei Sexualität heute, sagt Iva Samina. Und noch sehr männlich geprägt. Wirklich befriedigend sei das auf Dauer selten – für alle Beteiligten. Vor allem Männer berichten der Sexologin von enormem Druck, den sie in sich tragen. Sie hilft ihnen dabei, ihre wahren Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen kennenzulernen. Iva ist überzeugt: Jeder Mann könne zu einem freieren und glücklicheren Liebhaber werden.

    Den Sexpodcasthosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm erzählt sie, worauf es in ihren Kursen ankommt. Und warum guter Sex Raum, Zeit, Absichtslosigkeit und klare Kommunikation bedeutet – es aber auch nicht immer Slow Sex sein muss. "Ich rede davon, den Orgas-Muss beiseitezulassen und gegen einen Orgas-Kann einzutauschen", sagt Iva. In dieser Folge erklärt sie, wie leicht man schon mit kleinen Übungen zurück ins Spüren findet und warum man für den Höhepunkt nicht einmal die Genitalien braucht.

    Mehr zu unserer Gästin

    • Iva Samina ist Sexologin, Coach und Sexological Bodyworkerin. Mehr über ihre Arbeit erfahrt ihr auf ivasamina.com und ihrem Profil bei trustedbodywork oder auf Instagram.
    • Mehr Hintergrundwissen über sexologische Körperarbeit bieten unter anderem die Seiten des Europäischen Berufsverbands der Sexological Bodyworkers, EASB.

    Weitere Sexpodcastfolgen zum Thema

    • "Es geht nicht um schöner vögeln, sondern um Identität"
    • "Wahre Sinnlichkeit katapultiert Sex in eine völlig neue Dimension"
    • "Mir ist es gleich, ob ich Hände oder Genitalien einer Person berühre"

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    1 hr 8 min
  • "Es ist kein Vorwurf, wenn die Polizei fragt: Haben Sie sich gewehrt?"

    Nur die Hälfte aller angezeigten Sexualstraftaten landet vor Gericht, viele Betroffene wenden sich gar nicht erst an die Polizei. Etwa aus Scham oder Angst davor, was danach passieren könnte. Die Traumatherapeutin Ingrid Wild-Lüffe und die ehemalige Staatsanwältin Kirsten Böök beraten Polizei und Justiz: Was braucht es für sensible Vernehmungen, wie beeinflusst das Erlebte die Aussage und das Verhalten der Betroffenen – und wie schützt man sie davor, erneut traumatisiert zu werden?

    "Betroffene müssen wissen: Anzeigen haben Risiken und Nebenwirkungen", sagt Wild-Lüffe. Eine gute Vorbereitung sei wichtig, sagt auch Böök. Die Staatsanwaltschaft sei verpflichtet, ein faires Verfahren zu ermöglichen. Über allem stehe dabei die Unschuldsvermutung des Angeklagten, der auch fälschlich beschuldigt worden sein könne. Damit das Gericht Schuld oder Unschuld feststellen kann, brauche es stichhaltige Beweise, detaillierte Aussagen und die Unterstützung aller Beteiligten. Und das kann im Zweifel lange Zeit dauern und für mutmaßliche Opfer und Täter schwer belastend sein. Im Gespräch mit den Sexpodcasthost Melanie Büttner und Sven Stockrahm erklären sie, was es für ein Strafverfahren braucht und wann es Betroffenen zu viel werden kann.

    Mehr zu unseren Gästinnen und weitere Infos

    • Ingrid Wild-Lüffe ist psychologische Psychotherapeutin. Sie arbeitet seit mehr als 40 Jahren mit Opfern schwerer Gewalttaten und ist Mitgründerin des Vereins Trauma Hilfe Zentrum München.
    • Kirsten Böök ist ehemalige Staatsanwältin. Aktuell ist sie im niedersächsischen Justizministerium für die Organisation und Umsetzung des Opferschutzes in Niedersachsen zuständig.
    • Im Oktober 2024 erscheint die dritte überarbeitete Auflage des Fachbuchs Trauma und Justiz – Juristische Grundlagen für Psychotherapeuten – psychotherapeutische Grundlagen für Juristen von Kirsten Böök und Ulrich Sachsse.
    • Im Podcast erwähnt Kirsten Böök Daten zu den Motiven von Opfern von Sexualdelikten, die nicht anzuzeigen. Dabei handelt es sich um eine Sonderauswertung des Landeskriminalamtes Niedersachsen, die nicht veröffentlicht wurde. Die erwähnte Dunkelfeldstudie ist über das LKA abrufbar.
    • Die Zahlen zu den Einstellungen von Verfahren und der Anzahl der Anklagen ergeben sich aus den Daten des Statistischen Bundesamtes.
    • In Deutschland nahmen Polizeidienststellen insgesamt 12.186 Anzeigen auf, in denen Menschen – vor allem Frauen – angaben, vergewaltigt oder zu sexuellen Handlungen gezwungen und genötigt worden zu sein, mit Androhung und tatsächlicher psychischer und körperlicher Gewalt.
    • Viele Vergewaltigungen kommen nie vor Gericht. Direkt nach einem Übergriff gibt es aber Dinge, die Betroffene oder deren Freunde tun sollten, um später Beweise zu haben. Mehr dazu im ZEIT-ONLINE-Artikel: Wie man die Chancen erhöht, einen Vergewaltiger zu überführen

    Welche Stellen beraten bei sexualisierter Gewalt?

    • Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist Tag und Nacht unter der Nummer 116 016 erreichbar – kostenlos und auf Wunsch anonym. Über die Internetseite können sich Betroffene zudem online per E-Mail oder Chat beraten lassen.
    • Weitere Anlaufstellen per Telefon, Mail oder persönlich sind das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch, das Opfertelefon Weißer Ring oder die Lara Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen (Berlin). Für Männer gibt es das Hilfetelefon Gewalt an Männern. Mit dem Beratungsstellenfinder bbf Frauen gegen Gewalt können Betroffene in einer Suchmaske Hilfe am Ort finden.
    • Je nach Region gibt es lokale Frauenhäuser und Beratungszentren. Eine Übersicht gibt die Frauenhaus Koordinierung.

    Wo kann man nach einer Vergewaltigung Spuren sichern lassen?

    • Gewaltschutzambulanzen sichern Spuren kostenlos, vertraulich, anonym. Manchmal heißen sie auch Opferhilfeambulanz oder ähnlich. Auch manche Krankenhäuser, Frauenarztpraxen oder der Rettungsdienst bieten Spurensicherung an. Fragt am besten per Telefon nach.
    • Hier findet ihr die Homepages der Gewaltschutzambulanz der Charité Berlin und der Gewaltschutzambulanz Bremen. Mehr Informationen zur ärztlichen Versorgung nach Vergewaltigungen bieten die Frauenärzte im Netz.
    • Hast du den Verdacht, dass dir jemand K.-o.-Tropfen verabreicht hat, solltest du möglichst schnell eine Blut- oder Urinprobe zur Untersuchung abgeben. Die Substanzen sind nach wenigen Stunden nicht mehr nachweisbar. Beratungsstellen und Hilfetelefone geben Auskunft, wo das möglich ist.

    Was können Betroffene selbst tun?

    • Ein Gedächtnisprotokoll mit Datum schreiben. Erinnerungen jeweils mit dem aktuellen Datum hinzufügen
    • Nachrichten mit Datum, Uhrzeit, Name und Kontext als rechtssichere Screenshots speichern
    • Getragene Unterwäsche, Kleidung und Hygieneartikel wie Tampons und Binden aufbewahren. Ebenso Bettwäsche, Handtücher, die DNA-Spuren aufweisen können
    • Idealerweise vor der medizinischen Spurensicherung nicht duschen und wenn möglich nicht zur Toilette gehen

    Weitere Anlaufstellen

    • Übersicht über die Opferschutzbeauftagten der Länder
    • Internetseite des Opferbeauftragten des Landes Berlin
    • Informationen der Polizei Berlin zu Sexualstraftaten
    • Überblick, was vor einem anstehenden Gerichtstermin relevant ist

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    1 hr 38 min

About Ist das normal?

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Wie lieben Menschen heute? Was brauchen glückliche Beziehungen? Und guter Sex? Die Ärztin und Therapeutin Melanie Büttner und der Wissenschaftsjournalist Sven Stockrahm sprechen über alles, was Körper und Psyche guttut. Und über das, was uns verletzt, aber auch verbindet. Ohne Scham, mit Tipps für die eigene Entwicklung und ganz viel Nähe. Immer montags, alle zwei Wochen – mit spannenden Gästinnen und Gästen.

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