Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Urs Karrer: «Wir müssen die Kontaktzahl um 30 Prozent reduzieren»
    Ist eine Überlastung der Schweizer Spitäler in dieser aktuellen Corona-Welle noch vermeidbar? Für den Infektiologen Urs Karrer vom Kantonsspital Winterthur führt kein Weg an strengeren Massnahmen vorbei, wie er im «Tagesgespräch» sagt.
    Die Alarmrufe aus den Intensivstationen der Schweizer Spitäler waren in den letzten Tagen kaum zu überhören. Die Lage sei äusserst angespannt, so der Tenor. Die Intensivstationen sind aktuell zu etwa 80 Prozent ausgelastet, rund ein Drittel der Patienten leidet an Covid. Gleichzeitig steigen die Fallzahlen. Was kommt da in den nächsten Wochen auf die Spitäler zu? Diese Woche hat Urs Karrer, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital Winterthur und Vize-Präsident der nationalen Covid-Taskforce deutliche Worte für die Situation gefunden. An der Medienkonferenz des Bundes am Dienstag äusserte Karrer Zweifel, ob die aktuellen Corona-Massnahmen reichten und sprach davon, dass es einen «Tritt aufs Bremspedal» brauche. Wie kann eine Überlastung der Intensivstationen noch verhindert werden? Barbara Peter hat Urs Karrer heute Vormittag im Kantonsspital Winterthur zum Gespräch getroffen.
    27 min
  • Michael Koss über den Epochenwechsel in Deutschland
    Nach 16 Jahren mit Kanzlerin Angela Merkel beginnt heute eine neue Zeit in Berlin: Olaf Scholz ist neuer Kanzler, und erstmals übernimmt eine Dreiparteien-Koalition aus SPD, Grünen und FDP die Regierungsgeschäfte. Kommt das gut? – das fragen wir im Tagesgespräch den Politologen Michael Koss.
    In erstaunlich raschem Tempo haben sich nach der Bundestagswahl vom September Sozialdemokraten, Grüne und Freiheitliche auf eine sogenannte Ampel-Koalition geeinigt. «Mehr Fortschritt wagen», so der Slogan der drei Parteien, die sich ideologisch doch erheblich unterscheiden. Kann da der Aufbruch tatsächlich gelingen oder sind Enttäuschungen vorprogrammiert?
    Michael Koss ist Professor für das Politische System der Bundesrepublik Deutschland an der Leuphana-Universität in Lüneburg und ein intimer Kenner der Vorgänge in Berlin. Er ist Gast von Marc Lehmann.
    26 min
  • Matthias Riedel: Welche Folgen hat Mangel an körperlicher Nähe?
    Abstand halten, Kontakte beschränken: So lauten zwei Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie. Welche Folgen hat es für die Gesellschaft, wenn die Menschen sich aus dem Weg gehen müssen? Der Soziologe Matthias Riedel hat dazu eine Studie durchgeführt, im «Tagesgespräch» ordnet er die Ergebnisse ein.
    Eine Umarmung, ein Händedruck, ein Küsschen auf die Wange, ein Schulterklopfen: Solche kleine, teils flüchtige Berührungen waren im Alltag oft selbstverständlich für viele von uns. Doch in der Corona-Pandemie und den eingeschränkten Kontakten gingen für viele die Berührungen und die körperliche Nähe zu anderen Menschen verloren. Welche Folgen hat es für die Gesellschaft, wenn die Menschen weniger Kontakte und Berührungen haben?
    Matthias Riedel, Professor für Soziologie an der Fachhochschule Bern, forscht schon seit vielen Jahren zur soziologischen Bedeutung von Berührungen und Körperkontakt. Er hat im Sommer eine bevölkerungsrepräsentative Studie mit über 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der deutschsprachigen Schweiz und in Deutschland durchführen lassen. In den beiden Länder galten in der Pandemie zum Teil unterschiedliche Corona-Massnahmen. Inwiefern zeigt sich das in den Studien-Ergebnissen? Und wie macht sich der fehlende Köperkontakt bemerkbar? Barbara Peter hat mit Matthias Riedel gesprochen.
    25 min
  • Russland im Krieg oder Frieden?
    Der russische Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine sei ein Spiel mit dem Feuer, sagt der ehemalige hochrangige deutsche Politiker und Osteuropa-Experte Ruprecht Polenz. Doch ein Krieg lasse sich verhindern, wenn man jetzt geschickt handle.
    Russland lässt Truppen an der Grenze zur Ukraine aufmarschieren. Von 100'000 bis 120'000 Soldaten ist die Rede, je nach Schätzung und je nach Rechnungsart, und von Hunderten von Panzern. Die Ukraine ist höchst alarmiert, der ukrainische Aussenminister sagte, Russland könne jederzeit beginnen zu schiessen. Befürchtungen gibts auch aus Polen und den baltischen Staaten. Die USA warnen inzwischen Russland eindringlich. Der russische Präsident Putin seinerseits macht die Nato für die Spannungen mit der Ukraine mitverantwortlich. Und der russische Regierungssprecher erklärte, die Ukraine habe mehr als 120 000 Soldaten im Donbass zusammengezogen. Man sei „ernsthaft besorgt darüber. Das lasse befürchten, dass die Führung in Kiew versuchen könnte, den Konflikt mit den Separatisten militärisch zu lösen, was «sehr gefährlich» sei. Auch Nuklearwaffen könnten ins Spiel kommen.
    Und für den Konfliktfall droht sich auch Belarus auf die Seite Russlands zu stellen. Ruprecht Polenz war Abgeordneter des deutschen Bundestags, er war CDU-Generalsekretär und bis 2013 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Heute ist er Präsident der renommierten Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, DGO, und setzt sich als solcher für die Osteuropaforschung in Deutschland ein.
    Die DGO ist der größte Verbund der Osteuropaforschung im deutschsprachigen Raum. Sie ist ein Forum zur Diskussion von Politik, Wirtschaft und Kultur in Ostmittel- und Osteuropa, vermittelt Wissen über und Kontakte nach Osteuropa und fördert den europäischen Dialog. Die über 800 Mitglieder der DGO kommen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur. Die DGO ist ein überparteilicher gemeinnütziger Verein und wird gefördert vom deutschen Auswärtigen Amt.
    28 min
  • Volker Pabst: Die Türkei eilt von Krise zu Krise
    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist ein mächtiger Mann. Aber gegen die Gesetze der Ökonomie ist auch er machtlos. Mit seiner Wirtschaftspolitik hat er die türkische Lira auf einen Sturzflug geschickt und dem Land hohe Inflationsraten beschert.
    Löhne und Ersparnisse verlieren rapid an Wert. Entsprechend sind die Umfragewerte des Präsidenten im Keller. Für negative Schlagzeilen sorgt auch Erdogans Umgang mit dem Rechtsstaat. Wegen Menschenrechtsverletzungen drohen der Türkei Sanktionen des Europarates.
    Über Ursachen und Folgen der kompromisslosen Politik des türkischen Staatspräsidenten sprechen wir mit Volker Pabst.
    Der Türkei-Korrespondent der NZZ ist Gast im «Tagesgespräch» bei Barbara Widmer.
    26 min
  • Joe Kaeser: «Mister China» der deutschen Wirtschaft
    China ist auf dem Weg zur Supermacht und geht dabei wenig zimperlich vor: Das Riesenreich setzt konsequent seine Interessen durch und hat kaum Gehör für Kritik. China ist aber auch ein verlockender Milliarden-Markt. Wie also mit China umgehen? Einer, der es wissen muss ist Joe Kaeser.
    Die Beziehungen zwischen westlichen Demokratien und China sind schwieriger geworden: China tut, was ihm nützt, schüchtert seine Partner ein und akzeptiert keine Widerrede. Die chinesischen Staatskapitalisten erkaufen sich Abhängigkeiten und westliches Knowhow, schotten aber gleichzeitig ihren Markt ab. Trotz des grossen Wirtschaftspotentials hat sich darum Unsicherheit und Ernüchterung breit gemacht bei Chinas Handelspartnern. Auch in der Schweiz ist nach dem Abschluss eines Freihandelsabkommens die Euphorie verflogen.
    Wie richtig umgehen mit China? Diese Frage wurde vergangene Woche am hochkarätig besetzten Europa Forum in Luzern gestellt. Einer, der viele Erfahrungen hat im Umgang mit China, ist Joe Kaeser. Der gebürtige Bayer war bis vor einem halben Jahr CEO des Weltkonzerns Siemens und in dieser Funktion so etwas wie der oberste Vertreter der deutschen Industrie.
    Kaeser ist einer der wenigen Topmanager, die sich nicht scheuen, pointiert auch zu politischen und gesellschaftlichen Fragen Stellung zu nehmen. So hat er etwa den Umgang Chinas mit Hongkong oder den Uiguren kritisiert. Obwohl sein Unternehmen auf Geschäfte mit China angewiesen ist. Joe Kaeser fordert eine europäische Strategie im Umgang mit China. Marc Lehmann hat in Luzern mit ihm gesprochen.
    28 min
  • Neue Einschränkungen wegen Omikron – was heisst das für die Jobs?
    Das Auftreten der Omikron-Virusvariante verändert die Ausgangslage: Um die fünfte Welle zu brechen, plant der Bundesrat neue Restriktionen. Sind nun wieder Arbeitsplätze in Gefahr? Wir fragen im Tagesgespräch Gewerkschaftsbunds-Ökonom Daniel Lampart und HotellerieSuisse-Direktor Claude Meier.
    Der Bundesrat will die Pandemiebekämpfung nicht mehr den einzelnen Kantonen überlassen und den Schutz vor Covid auf nationaler Ebene verschärfen. Er hat gestern einen Strauss von neuen Massnahmen vorgeschlagen, zu denen die Kantone und Sozialpartner bis heute Abend Stellung nehmen können. Ziel ist es, die Spitäler vor Überlastung zu schützen und gleichzeitig einen Lockdown zu verhindern.
    Unter den Massnahmen werden wieder manche Branchen zu leiden haben, speziell Tourismus und Hotellerie, die erheblich von neuen Reiserestriktionen betroffen sind. Wir fragen darum den Direktor des Dachverbands HotellereSuisse, Claude Meier, mit welchen Gefühlen er auf die Wintersaison blickt. Und wir fragen den Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, Daniel Lampart, wie sich die Situation der Arbeitnehmenden generell präsentiert an der Schwelle zur fünften Welle.
    29 min
  • Umgang mit psychischen Belastungen im Spitzensport
    Leistungsdruck, Verletzungssorgen, Konkurrenzdenken: Wer Spitzensport betreibt, begibt sich an die Belastbarkeitsgrenze. Viele sind dem Stress nicht gewachsen, kämpfen mit psychischen Problemen, was in der Hochleistungswelt des Sports noch immer ein Tabu ist.Im «Tagesgespräch» sprechen wir darüber.
    Sie sollen Leistungen erbringen und Medaillen gewinnen, die Spitzensportlerinnen und -Sportler, mit denen wir mitfiebern. Der Erwartungsdruck führt zu gewaltigen körperlichen und geistigen Belastungen, an denen manche Athleten zerbrechen. Und während ein Besuch beim Sportarzt normal ist, wenn man sich das Knie verdreht oder den Muskel zerrt, wird der Gang zum Psychiater gemieden, wenn der Kopf nicht mehr mitmacht. Psychische Erkrankungen passen nicht zum Leistungssport, drum schweigt man lieber.
    Das soll sich ändern. Über psychische Gesundheit reden, bevor es zu spät ist: Immer mehr Vereine und Verbände versuchen, ihre Sportlerinnen und Sportler zu ermutigen, offen mit mentalen Problemen umzugehen und sich Hilfe zu holen. Immer mehr Angebote stehen zur Verfügung.
    Am heutigen Sportsymposium im Berner Wankdorf-Stadion reden zahlreiche medizinische Fachpersonen mit Verbandsfunktionären und Athletinnen über eine verbesserte Zusammenarbeit im Bereich der psychischen Gesundheit.
    Marc Lehmann führt die Debatte im «Tagesgespräch»im kleinen Rahmen: Gäste sind Thomas Ihde-Scholl, Chefarzt Psychiatrie im Spital Interlaken und Präsident der Stiftung Pro Mente Sana; Roger Schnegg, Direktor des Dachverbands Swiss Olympic; sowie Beatrice Scalvedi: Das ehemalige Ski-Talent und Mitglied des Nationalkaders hat die Karriere wegen psychischen Belastungen vorzeitig abgebrochen und studiert heute Psychologie.
    28 min
  • Wie weiter nach dem JA zum Covid-Gesetz?
    Die Abstimmung zum Covid-Gesetz hat tiefe Gräben im Land aufgerissen. Wie der Weg zur Versöhnung aussehen könnte, diskutieren die Gesundheits- und Sozialdirektorin des Kantons Nidwalden, Michèle Blöchliger und der Politgeograf Michael Hermann.
    Covid-Gesetz ja oder nein, Stichworte wie fehlende Solidarität, Freiheitsbeschränkung oder Überwachung und Zwang: der politische Umgang mit der Pandemie hat die Menschen entzweit. Vereinzelt sind geschäftliche Partnerschaften auseinandergegangen, Mütter und Söhne reden nicht mehr miteinander, Nachbarn grüssen nicht mehr. Die Abstimmung vom Covid-Gesetz hat den Protest in Zahlen gefasst: einer knappen zwei Drittels-Mehrheit steht ein gutes Drittel gegenüber. Was heisst das nun fürs weitere Miteinander? Wie lassen sich die Gräben zuschütten, die von der Impfung überzeugt sind und denen, die vor der Impfung Angst haben? Was soll die Politik, was die Gesellschaft nun tun – zumal die Pandemie noch nicht überstanden ist? Und weshalb haben ausgerechnet die Jungen das Gesetz abgelehnt?
    Als Nidwaldner Gesundheitsdirektorin war SVP-Regierungsrätin Michèle Blöchliger schon vor der Abstimmung gefordert. Als Gesundheitsdirektorin ist sie verantwortlich für den Zustand in den Spitälern. Als SVP-Politikerin ist sie auch der Partei verpflichtet, die ein Nein zum Covid Gesetz empfahl. Ihr Kanton hat im Juni das Covid-Gesetz noch abgelehnt. Jetzt hat er ja gesagt, wenn auch weniger eindeutig als im nationalen Schnitt. Michael Herrmann ist Geograph und Politikwissenschaftler in Zürich und leitet dort die Forschungsstelle Sotomo, die jeweils das Wahlbarometer für die SRG erstellt. Er hat ein Buch geschrieben, das beinahe wie ein Rezept anmutet: «was die Schweiz zusammenhält».
    25 min
  • Wie sich die Schweizer Wirtschaft eine «Revitalisierungskur» vorstellt
    Wirtschaftsgipfel heute im «Tagesgespräch»: Die Präsidenten der drei grossen Schweizer Wirtschaftsverbände üben den Schulterschluss und präsentieren eine gemeinsame wirtschaftspolitische Agenda. Der Tenor: Die Schweiz brauche eine «Vitalisierungskur». Marc Lehmann fragt nach, was damit gemeint ist.
    Economiesuisse, Arbeitgeberverband und Gewerbeverband machen sich Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz: Sie sehen dringenden Reformbedarf, zumal der Staat sich in der Corona-Pandemie massiv ausgeweitet hat. Drum müsse die Schweiz in zahlreichen Politikbereichen «seine Hausaufgaben machen», um in einer sich schnell verändernden Welt den Anschluss nicht zu verlieren.
    Wir bitten im «Tagesgespräch» die Präsidenten der Verbände an einen Tisch, um die Reformvorhaben zu diskutieren: Christoph Mäder von Economiesuisse, Valentin Vogt vom Arbeitgeberverband und Fabio Regazzi vom Gewerbeverband. Der Zusammenschluss ist allein schon deshalb bemerkenswert, weil die drei Verbände in der Vergangenheit keineswegs immer am gleichen Strick gezogen haben.
    Marc Lehmann leitet das Gespräch.
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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