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Beim staatlichen Energiekonzern der Ukraine, Energoatom, sollen Bestechungsgelder in Höhe von mindestens 100 Millionen Dollar gezahlt worden sein. Es werden mindestens acht Personen beschuldigt, bei quasi allen Geschäften mit dem Unternehmen bis zu 15 Prozent Bestechungsgeld kassiert zu haben. Mehrere Hauptverdächtige sind aus der Ukraine geflohen. Der Fall ist politisch heikel, denn unter den Beschuldigten sind auch enge Freunde von Präsident Wolodimir Selenskij.
Selenskij war bei den Präsidentschaftswahlen 2019 auch mit dem Versprechen angetreten, die Korruption im Land zu bekämpfen. Das habe er allerdings nicht, sagt der Ukraine-Experte der SZ, Florian Hassel. „Im Gegenteil, er hat sie in vielen Dingen noch gefördert.“ Auch Selenskijs Versprechen, den Vorfall unabhängig aufzuklären, sieht Hassel skeptisch. „Ich glaube, Selenskij wird alles dafür tun, dass der Fall nicht aufgeklärt wird.“ Das hänge auch damit zusammen, dass das direkte persönliche Umfeld des ukrainischen Präsidenten beschuldigt sei.
Trotzdem plädiert Hassel dafür, dass die militärische Unterstützung der Ukraine „nicht nur weitergehen sollte, sondern noch erheblich ausgebaut werden sollte.“ Die Korruption sei die eine Sache; der Krieg und die hunderttausenden Soldaten an der Front das andere.
Zum Weiterhören und -lesen:
Die „Auf den Punkt“-Folge zu den landesweiten Protesten in der Ukraine für die Unabhängigkeit der Antikorruptionsbehörde hören Sie hier.
Die neue SZ-Plus-Podcastserie „Greta“ über die prominenteste Klimaaktivstin der Welt hören Sie hier.
Moderation, Redaktion: Johannes Korsche
Zusätzliches und zitiertes Audiomaterial: Büro des ukrainischen Präsidenten (YouTube).
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Von kommendem Jahr an gibt es wieder Musterungen in Deutschland. Grundsätzlich soll das bald alle 18-jährigen Männer betreffen. Und auch Frauen bekommen vom Geburtsjahrgang 2008 an künftig einen Brief von der Bundeswehr. Sie können darauf antworten, Männer müssen.
Die Bundesregierung hofft, dass sich genügend Freiwillige zum Wehrdienst bereit erklären. Ist das nicht der Fall, soll sich der Bundestag mit einer möglichen „Bedarfswehrpflicht“ beschäftigen. Auch das umstrittene Losverfahren ist damit nicht vom Tisch. Wie der Wehrdienst konkret umgesetzt werden soll – und ob das den Personalmangel der Bundeswehr lösen wird. Darüber spricht in dieser Folge von „Auf den Punkt“ Sina-Maria Schweikle, SZ-Redakteurin im Berliner Parlamentsbüro.
Weitere Nachrichten: EU-Parlament: EVP ändert mit rechtsextremen Stimmen Lieferkettengesetz; Wirecard-Aktionäre haben keinen Anspruch auf Schadensersatz.
Zum Weiterhören und -lesen:
Fragen und Antworten zur Wehrpflicht finden Sie hier.
Den Podcast „Wirecard: 1,9 Milliarden Lügen“ finden Sie hier.
Den Text zu den Retortenstädten in Großbritannien finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Johannes Korsche
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Seit mehr als einem halben Jahr sitzt Ekrem İmamoğlu in Untersuchungshaft. Er stand kurz davor, Präsidentschaftskandidat seiner Partei CHP zu werden, als er im März 2025 überraschend festgenommen und als Bürgermeister von Istanbul abgesetzt wurde. Der Grund: Korruptionsvorwürfe. Schon damals sagten Beobachter: Erdoğan will seinen größten Kritiker loswerden. Neben İmamoğlu sitzen inzwischen auch 17 weitere Bürgermeister von der CHP in Haft.
Am Dienstag hat die türkische Staatsanwaltschaft Anklage gegen İmamoğlu erhoben. Die Anklageschrift ist dicker als ein Buch. Viel verrückter ist aber diese Zahl: Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll İmamoğlu für 2430 Jahre Haft.
Darüber, wie der Präsident Erdoğan seinen Gegner aus dem Weg räumen lässt, spricht in dieser Podcastfolge Raphael Geiger, SZ-Korrespondent in Istanbul. Und er erläutert auch, wie unabhängig die Justiz in der Türkei noch ist.
Weitere Nachrichten: Selenskij fordert Rücktritt von Justizminister und Energieministerin; Epstein-Mails belasten Trump.
Zum Weiterhören:
Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
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Der Shutdown in den USA steht kurz vor dem Ende. Am Montagabend hat sich der Senat für einen Übergangshaushalt ausgesprochen, der die US-Finanzen zumindest bis Ende Januar sichert und mehr Zeit ermöglicht, um langfristige Kompromisse zu finden. Möglich war das nur, weil acht demokratische Senatoren mit den Republikanern gestimmt und sich damit über die Parteilinie hinweggesetzt haben. Ein weiterer Kniefall der Demokraten vor Trump und seiner Partei?
Darüber spricht in dieser Podcastfolge Charlotte Walser, die für die SZ aus Washington berichtet. Sie sagt: Für die acht Senatoren war der Schaden des Shutdowns einfach zu hoch. Doch ähnlich hoch ist auch der Preis, den die Partei nun zahlt. Die Demokraten sind zerstritten und ihr Widerstand gegen die Kürzungen bei der Krankenversicherung der vergangenen Wochen war quasi umsonst. Mehr von dem, was Charlotte Walser erzählt, hören Sie in dieser Folge „Auf den Punkt“.
Weitere Nachrichten: Israel könnte Todesstrafe wieder einführen; Niederlage für OpenAI vor Gericht; Waffenruhe zwischen Thailand und Kambodscha vorerst ausgesetzt.
Zum Weiterhören und -lesen:
Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
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Die Bundesregierung zeigt eine neue Härte bei Abschiebungen. Gut 11 800 Personen sind im ersten Halbjahr aus Deutschland abgeschoben worden, ein Viertel mehr als im Vorjahr zu dieser Zeit.
Doch der harte Kurs trifft nicht nur Schwerverbrecher, sondern auch Menschen, die eigentlich gut integriert sind und eine Dummheit begangen haben, sagt Kathrin Aldenhoff, Redakteurin im München-Ressort der SZ. Im Nachrichtenpodcast “Auf den Punkt” spricht sie über den Fall einer jungen Georgierin, die eine Ausbildung in einer Bäckerei sehr erfolgreich abgeschlossen hat.
Obwohl sich ihr Arbeitgeber sehr für sie eingesetzt hat, musste sie Deutschland inzwischen verlassen. Sie hatte sich einer Urkundenfälschung schuldig gemacht und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Bleibt bei Abschiebungen zu geringer Ermessensspielraum?
Weitere Nachrichten: Ende Shutdown in den USA in Sicht; BSW formiert sich neu; Sarkozy wieder frei; Prozessbeginn Magdeburger Weihnachtsmarkt.
Zum Weiterhören und -lesen:
Den Text von Kathrin Aldenhoff über den Fall der Georgierin finden Sie hier.
Über den Prozess über die Todesfahrt von Magdeburg lesen Sie hier.
Einen Text über das mögliche Ende des Shutdowns in den USA lesen Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Katharina Erschov, Johannes Korsche
Produktion: Laura Sagebiel
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über CSU im Bundestag (YouTube).
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Youtube @theindependent.
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Am Freitag hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich seit Kurzem Kriegsminister nennt, ein Video auf seinem X-Account gepostet: ein Boot im offenen Meer, das von einer Rakete getroffen wird. In einem Text schreibt Hegseth, dass US-Soldaten bei diesem Angriff drei Männer getötet haben. Und: „Angriffe auf Schiffe von Drogenhändlern und Terroristen werden so lange fortgesetzt, bis die Vergiftung der amerikanischen Bevölkerung aufhört.“
Seit Anfang September hat die Trump-Regierung etwa 17 angebliche Drogentransporte in der Karibik mit Raketen versenkt und dabei mindestens 60 Menschen getötet. Trump hat Drogenkartelle zu Terrororganisationen erklärt. Hegseth vergleicht sie mit al-Qaida.
Über das brutale Vorgehen der Trump-Regierung spricht in dieser Podcastfolge Peter Burghardt, SZ-Korrespondent in Washington. Er sagt, dass es Trump bei den Angriffen nicht nur um die Drogen gehe, sondern auch noch um etwas anderes: Der US-Präsident versuche, den venezolanischen Präsidenten Maduro zu stürzen.
Weitere Nachrichten: US-Senat verhandelt in Sondersitzung über Shutdown; Geflüchtete Afghanen in Pakistan schreiben Brief an die Bundesregierung.
Zum Weiterhören und -lesen:
Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über Youtube @theindependent.
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Rechtsextreme Übergriffe auf KZ-Gedenkstätten in Deutschland nehmen zu. Vor allem in Ostdeutschland. In der Oberpfalz aber gebe es kaum solche Vorfälle mit rechtsextremen Äußerungen oder Provokationen von Besuchergruppen, sagt Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Vereinzelte Vorfälle seien durch offenen Dialog und Kommunikation mit den Beteiligten geklärt worden, ohne die Jugendlichen zu kriminalisieren. KZ-Gedenkstätten an sich seien keine “moralischen Ertüchtigungsanstalten”, sagt Skriebeleit. Vielmehr zeigen sie, “was passieren kann, wenn wir uns nicht respektieren”.
Flossenbürg war ein Konzentrationslager der sogenannten zweiten Generation, gegründet 1938 von der SS. Die ersten Häftlinge dort waren sogenannte “Arbeitsscheue”, vermeintlich “Asoziale” und angebliche “Berufsverbrecher”. Später wurden dort auch Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und Oppositionelle eingesperrt. Menschen, die dem NS-Regime nicht passten. Nachweislich für mindestens 30 000 Menschen war Flossenbürg ein Todesurteil. Flossenbürg wurde zu einem Lager, in dem die SS die “Vernichtung durch Arbeit” erprobte – und praktizierte. Bis zur Befreiung durch US-Soldaten Ende April 1945 waren dort und in Außenlagern mehr als 100 000 Menschen aus mehr als 30 Ländern eingepfercht.
Zum Weiterlesen und -hören:
Den Bericht über die Zunahme der Übergriffe in KZ-Gedenkstätten lesen Sie hier.
Den SZ-Podcast von Ronen Steinke im Gespräch mit Susanne Siegert über zeitgemäße Erinnerungskultur hören Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Johannes Korsche
Produktion: Jakob Arnu
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Im brasilianischen Belém beginnt am Montag die Weltklimakonferenz COP30, zehn Jahre nachdem die Pariser Klimaziele beschlossen wurden. Schon vor dem offiziellen Beginn der Konferenz haben sich 50 Staats- und Regierungschefs in Belém zu einer Art Vor-Konferenz getroffen, auch Bundeskanzler Friedrich Merz war dabei.
Es gibt viele Gründe, warum es gerade jetzt ein entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel braucht: Das Jahr 2024 war das weltweit wärmste Jahr seit Beginn der Messungen, die Gletscher schmelzen so schnell, wie nie zuvor und laut den Vereinten Nationen steuert die Welt auf eine Klimaerwärmung von mindestens 2,8 Grad zu. Nur: Kann eine zweiwöchige Konferenz wirklich dabei helfen, diesen Trend umzukehren?
Michael Bauchmüller aus der SZ-Parlamentsredaktion blickt in dieser Podcastfolge eher pessimistisch auf die Weltklimakonferenz. Er dämpft die Erwartungen: Bahnbrechende Erfolge könnten in Brasilien kaum erzielt werden. Trotzdem ist er froh, dass es die Weltklimakonferenz gibt und es die internationale Staatengemeinschaft überhaupt schafft, sich auf gemeinsame Leitlinien zu einigen. „Das ist ja eigentlich ein einmaliger Prozess, der mich immer wieder staunen lässt“, sagt er im Podcast.
Weitere Nachrichten: Finanzierung des Deutschlandtickets beschlossen; China verschiebt Exportbeschränkungen für Seltene Erden; Elon Musk könnte bald Billionär sein.
Zum Weiterhören und -lesen:
Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
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Nationalismus, Antisemitismus und Verachtung für Obdachlose - diese Einstellungen breiten sich in Deutschland aus. Das zeigt die neueste „Mitte-Studie“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, die an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.
Zwar ist der Anteil der Menschen mit klar rechtsextremistischem Weltbild zurückgegangen. Aber gleichzeitig lehnen immer weniger Menschen Rechtsextremismus klar ab. Und mehr Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie.
Über die Ergebnisse der „Mitte-Studie“ spricht in dieser Podcastfolge Meredith Haaf, SZ-Korrespondentin für Berlin und Brandenburg. Und sie spricht auch darüber, was mögliche Wege sein könnte, um zu verhindern, dass rechtsextreme Einstellungen immer mehr normalisiert werden. Sie schlägt etwa vor, dass die demokratischen Parteien mehr dafür tun müssten, dass es den Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung besser geht, etwa indem Schulen oder öffentliche Parks saniert werden.
Weitere Nachrichten: Wieder weniger Frauen in deutsche Vorständen; Vorbereitungen für die Weltklimakonferenz.
Zum Weiterhören: Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Folgen des SZ-Plus-Podcasts „Greta. Die Geschichte einer Eskalation“.
Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
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Seit Monaten jagt eine Horrornachricht aus der Autoindustrie und Zulieferern die nächste: Bei Mercedes hat sich der Gewinn fast halbiert. Porsche meldet gar einen Verlust von fast einer Milliarde Euro und VW warnt, dass es 2025 womöglich gar keinen Gewinn mehr geben könnte.
Die deutsche Autoindustrie ist in der Krise. Die Konzerne sparen und bauen Personal ab. Mehr als 50 000 Arbeitsplätze gingen dieses Jahr dort bereits verloren. In den kommenden fünf Jahren will allein VW 35 000 Stellen abbauen und Boschs Automobilsparte will bis 2030 rund 13 000 Stellen streichen.
Nur bei BMW scheint es anders zu sein. Die Münchner haben nicht so viel Geld in die Umstellung auf Elektromobilität investieren müssen wie Porsche oder Mercedes, sondern hatten bereits gute Elektroauto-Modelle entwickelt, sagt Christina Kunkel aus der SZ-Wirtschaftsredaktion. Insgesamt sei derzeit aber noch unklar, ob die derzeitige Krise der Tiefpunkt ist oder ob der Standort Deutschland daraus gestärkt hervorgehen wird.
Weitere Nachrichten: Mamdani siegt in New York; EU-Länder wollen 90 Prozent weniger Emissionen bis 2040; weltweite Razzia gegen Online-Betrüger.
Zum Weiterhören und -lesen:
Über den drohenden Niedergang der Autoindustrie lesen Sie hier eine Reportage.
Berichten wir Medien zu viel über Donald Trump? Hier lesen Sie ein Pro und Contra.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Leopold Zaak
Produktion: Aylin Sancak
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