Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Karin Visth führt das abgelegenste Gourmet-Restaurant der Welt
    Karin Visth lebt seit fünf Jahren auf einer der Färöer-Inseln. Leynavatn ist eine halbe Autostunde von Tórshavn, dem Hauptort der Färöer-Inseln entfernt. Die Köchin und Sommelière führt zusammen mit einem Färöer das einzige Gourmet-Restaurant im nordatlantischen Zwergstaat. Auf den Färöer-Inseln zu leben ist abenteuerlich. Das Wetter ist rau und stürmisch. Die Sommer sind eher kühl und es hat mehr Schafe als Inselbewohner. Karin Visth trotzt dem windigen Wetter und fühlt sich wohl.
    Michelin Stern und hungrige Schafe
    Als erste weibliche Weinexpertin auf der Insel verwaltet sie den einzige Weinkeller der Färöer. Einzig fehle ihr ein prächtiger Kräutergarten, sagt die 31-Jährige: «Es ist schwierig in der kargen Landschaft Kräuter anzupflanzen. Ein Federkohl ist mir gelungen, hätten ihn nicht die Schafe weg gefressen!»
    Das Gourmet Restaurant ist mit einem Michelin Stern ausgezeichnet und zieht Gäste aus der ganzen Welt an. Ihr Freund ist ein waschechter Färöer, selber hat Karin Visth auch norwegische Wurzeln. Ihr ganzer Stolz: die gemeinsame Tochter Anny.
    15 min
  • Cédric Schwyzer, Polizist im SWAT-Team in Kalifornien
    Eigentlich ging Cédric Schwyzer nach Amerika, um Sportwissenschaften zu studieren. Der Kampfsportler landete nach Master-Abschluss bei der Stadtpolizei in Chico Kalifornien und ist Mitglied in der Spezialeinheit SWAT-Team. Kürzlich war er im Einsatz, um den amerikanischen Präsidenten zu beschützen. Der erfolgreiche Kampfsportler landete nach erfolgreichem Master-Abschluss bei der Stadtpolizei in Chico Kalifornien und ist Mitglied in der Spezialeinheit SWAT-Team. Kürzlich war er im Einsatz, um den amerikanischen Präsidenten zu beschützen.
    Es hört sich wie ein Hollywoodfilm an, ist aber Realität: Cédric Schwyzer aus Liesberg (BL) lebt seit rund neunzehn Jahren in Kalifornien. In Chico, im Bundesstaat Kalifornien, steht er täglich im Einsatz und unterrichtet Sport an der Police Academy. Sein Alltag ist nicht immer ungefährlich, sagt der 39-Jährige: «Hier ist es normal, dass man als Polizist täglich die Waffe zieht und viele unschöne Dinge sieht.» An seine Einsätze habe er sich mit den Jahren gewöhnt.
    Spezialeinheit SWAT-Team
    Cédric Schwyzer ist auch Mitglied der Spezialeinheit SWAT-Team. Die Aufnahmeprüfungen seien sehr streng reguliert, sagt er: «Man wird einem Stresstest unterzogen, muss schiessen, muss sportlich sehr fit sein und macht diverse Interviews.» Sportlich ist der Kampfsportler allemal. Vor seiner Karriere als Polizist hat er an professionellen Kampfsport-Wettkämpfen teilgenommen.
    15 min
  • Sibylle und Roland Wenger helfen Jugendlichen in Südafrika
    Familie Wenger aus Meilen (ZH) hat vor elf Jahren ein Bildungs- und Begegnungszentrum für Kinder und Jugendliche in Margate, Südafrika, gegründet. Der beliebte Touristenort habe zwei Gesichter, sagt Sibylle Wenger: «Arm und reich liegen sehr nahe beieinander.» Viele Kinder aus den umliegenden Townships in Margate haben kaum eine Zukunftsperspektive. Nach der Zeit der Apartheid in Südafrika sei auch das Bildungssystem völlig zusammengebrochen, sagt Sibylle Wenger: «Das Bildungsniveau ist tief, trotz Schulabschluss.»
    «Ein Lehrabschluss ist der Weg in die Zukunft»
    Im Ausbildungszentrum von Familie Wenger hätten die jungen Leute die Möglichkeit, verschiedene Lehrabschlüsse zu machen, sagt Sibylle Wenger: «Sie werden zum Elektriker, Sanitärinstallateur oder Maurer ausgebildet. Aber auch zu Hotelfachleuten.»
    Daneben lernen die Jugendlichen auch selbstbewusst aufzutreten, sagt die 58-Jährige: «In der afrikanischen Kultur haben jüngere Menschen in der Gesellschaft weniger zu sagen.» Die Zusammenarbeit mit den Township-Schulen und auch mit privaten Schulen ist mittlerweile sehr erfolgreich.
    17 min
  • Simeon Peter in Tokio – Heirat im japanischen Hochzeitskimono
    Seit eineinhalb Jahren lebt Simeon Peter mit seiner japanischen Frau Hiromi Asaoka in der Weltstadt Tokio. Der Reiseleiter aus Luzern beherrscht die Sprache nahezu perfekt. Es brauche seine Zeit, bis man die japanische Kultur versteht, sagt der 33-Jährige: «Schnell tritt man ins Fettnäpfchen!»  
    Beispielsweise, wenn man beim Hineingehen die Schuhe nicht auszieht, weiss der Reiseleiter. Kennen gelernt haben sich die beiden vor elf Jahren in einem Camp in Tokio, wo sich Simeon Peter als freiwilliger Helfer engagierte. Die Sprachbarriere und die kulturellen Unterschiede waren ein Problem, erinnert sich der Luzerner: «Ihre Eltern konnten am Anfang nicht viel mit mir anfangen, heute sind sie mir gegenüber sehr wohlwollend.» Geheiratet haben die beiden in traditioneller japanischer Heiratsrobe: «Wir haben in der Shintoismus Tradition geheiratet, aber auch kirchlich in der Schweiz.» Shintoismus ist eine Religion, die ausschliesslich in Japan praktiziert wird. Im Deutschen meist übersetzt mit «Weg der Götter».
    «Tokio ist eine spannende Stadt»
    Simeon Peter macht Stadtführungen und weiss viel über Tokio zu erzählen: «Tokio hat die höchste Restaurantdichte der Welt. Es sind 160'000 an der Zahl und es gibt mehr Michelin Restaurants als in Paris!»
    13 min
  • Franziska Gastl und ihr Mann leben auf Portugals Sonneninsel
    Franziska Gastl und ihr Mann sind begeistert von den Azoren-Inseln im Atlantik. Die beiden leben auf der drittkleinsten Insel Santa Maria. Auf ihrem Grundstück wachsen Bananen, Avocados, Papayas und vieles mehr. Es ist der erste Bio zertifizierte Betrieb auf der Insel. Franziska Gastl und ihr Mann Christian Solenthaler sind vor zehn Jahren nach Santa Maria ausgewandert. Die beiden haben sich ihr eigenes Paradis auf Portugals Sonneninsel geschaffen. Nebst ihrem Bed&Breakfast führen sie einen Landwirtschaftsbetrieb der besonderen Art. Auf ihrem Boden wachsen exotische Früchte. In der Schweiz führte Franziska Gastl zuletzt ein eigenes Restaurant. Das Wissen über den Anbau von Früchten hat sie sich im Internet geholt: «Meine Erfahrungen habe ich in der Praxis gesammelt.» Ebenso das Fischen. Franziska Gastl ist die einzige Frau im Fischerclub von Santa Maria.
    18 min
  • Guido Hangartner will das Bildungssystem in Indien verbessern
    Guido Hangartner lebt seit fünf Jahren in Trivandrum, der Hauptstadt des südindischen Bundesstaats Kerala. Dort hilft er ehrenamtlich, eine Berufsschule aufzubauen. Es sei eine spannende Herausforderung, zwei Kulturen miteinander zu verbinden, sagt der Schreiner aus Altstätten (SG): «Indien ist ein Land der Gegensätze. Reichtum und Armut stehen nahe beiei-nander.»
    Guido Hangartner gönnte sich vor ein paar Jahren eine Auszeit. Im Süden von Indien machte der 51-Jährige eine Ayurveda-Kur und begegnete auf seiner Reise einem indischen Erzbischof, der eine Schule gegründet hatte. «Ich unterhielt mich mit ihm über das indische Bildungssystem. Viele junge Menschen haben in Indien eine schlechte Ausbildung.»
    Helfen für Kost und Logis
    Der Erzbischof bat Guido Hangartner kurzerhand um Hilfe. Heute versucht der gelernte Schreiner, das Schweizer Berufsbildungssystem in Indien einzuführen. Sein Lohn sei bescheiden, aber gut: «Ein Zimmer auf dem Campus und gutes Essen.»
    17 min
  • Christian Lehmann – Schreiner in Kanada
    In Kanada ist Schweizer Handwerkskunst sehr gefragt. Seit vierzehn Jahr lebt der Schreiner Christian Lehmann nun schon in Terrebonne, einer Stadt in der Provinz von Québec. An die kalten Wintermonate hat er sich längst gewöhnt. Christian Lehmann liebt das Leben in Kanada. In Montreal arbeitet der Schreinermeister für eine grosse Schreinerei, die internationale Kunden beliefert. Hier habe er viel mehr Möglichkeiten als in der Schweiz, sagt der 42-Jährige: «Schweizer Präzisionsarbeit ist sehr gefragt. Es ist schwierig in Kanada, gute Schreiner zu finden.» Aufgewachsen ist Christian Lehmann in Embrach (ZH).
    «Selfmade Man»
    Auch in seinem Haus, dass er sich vor ein paar Jahren zusammen mit seiner Partnerin gekauft hat, wird selber Hand angelegt: «Es macht mir Spass. Bei mir ist immer was am Laufen. Ich habe die Böden verlegt, die Küche und das Badezimmer geschreinert.» In seinem Garten baut Christian Lehmann mit grossen Leidenschaft Gemüse an.
    15 min
  • Janine Holenstein – Mit dem Velo bis nach Rumänien
    Auf ihrer Velotour quer durch Europa landete Janine Holenstein vor zwei Jahren in der rumänischen Stadt Sulina und blieb. Der kleine Ort liegt zwischen der Donau, dem Donaudelta und dem Schwarzen Meer. Die Feldenkrais-Lehrerin ist fasziniert von der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt. Sulina ist die am östlichsten gelegene Stadt Rumäniens. Sie ist nicht an das rumänische Strassennetz angeschlossen und ist nur mit dem Schiff erreichbar. Im Sommer ist der Ort ein wahrer Magnet für rumänische Touristen. Janine Holenstein bietet Paddel- und Velotouren an.
    «Ich lebe gerne bescheiden»
    Janine Holenstein lebt in einem traditionellen Delta-Haus. Klein und fein, sagt die 59-Jährige: «Es besteht aus Schilf und Lehm. Von meinem Zimmer zur Küche muss ich aussenrum laufen.»
    An das bescheidene Leben hat sich Janine Holenstein längst gewöhnt. Auch an die Gegensätze in Rumänien: «Hier in Rumänien wird man mit der Armut direkt konfrontiert. In der Schweiz ist sie verdeckt.»
    17 min
  • Claudia Warne lebt mit ihrer Familie in «Port Fairy» Australien
    Claudia Warne kam vor zwanzig Jahren der Liebe wegen nach Port Fairy in Australien. Das Fischerdorf liegt zwischen Adelaide und Melbourne. Die verträumte Bucht bietet viele Freizeitaktivitäten. Zum Beispiel Surfen mit der ganzen Familie. Im Alltag von Claudia Warne ist fast immer etwas los. Die ehemalige Coiffeuse aus St. Gallen unterrichtet Studenten und Geschäftsleute aus der Tourismusbranche. In der Freizeit steht die 50-Jährige gerne mal mit ihrem Mann Dave und Sohn Luka auf dem Surfbrett.
    Australier bringen ihr Essen selber mit
    Die Australier, sagt Claudia Warne, sind sehr herzlich, spontan und offen: «Kommen sie zu Besuch, bringen sie ihr Essen und Trinken selber mit und haben keine Berührungsängste, deinen Kühlschrank um zu krempeln.»
    13 min
  • Lydia Perissinotto – als Au Pair nach Turin
    Eine neue Sprache lernen und Erfahrungen sammeln: Lydia Perissinotto entdeckte als junge Au Pair die Welt. Vor fünfzig Jahren ging sie zu einer Gastfamilie nach Turin und fand die Liebe ihres Lebens. Sich liebevoll um Kinder zu kümmern, wurde Lydia Perissinotto in die Wiege gelegt. Selber ist sie die Älteste von sechs Geschwistern. Eigentlich wollte sie nach dem Au Pair Jahr in Italien wieder zurück in die Schweiz. Wenn da nicht Giuseppe aufgetaucht wäre.
    «Giuseppe eroberte mein Herz»
    Die beiden lernten sich damals bei einem Spaziergang in einem Park kennen, erinnert sich die heute 79-Jährige: «Giuseppe fing den Ball auf, den eines der Kinder in seine Richtung schoss.» Das war vor fünfzig Jahren. Die beiden Töchter Daniela und Manuela sind in Turin aufgewachsen. Zur Schweiz hätten sie dennoch einen grossen Bezug, sagt Lydia Perissinotto: «Als Kinder verbrachten sie ihre Ferien oft in der Schweiz.»
    13 min

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