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«Wenn ihr nicht kämpft wie verrückt, werdet ihr euer Land verlieren»: Mit solchen Sätzen wiegelte Donald Trump vor einem Jahr seine Anhängerinnen und Anhänger auf, die in Washington demonstrierten. Seine Fans stürmten kurz darauf das Capitol, in dem das Parlament die Wahl von Joe Biden zum neuen US-Präsidenten besiegeln sollte. Die Bilder des gewalttätigen Mobs gingen um die Welt, der Schock über den Angriff auf die demokratischen Institutionen war riesig, selbst republikanische Politikerinnen und Politiker kritisierten Trump zunächst hart.
Doch jetzt, ein Jahr später, hat Trump die Republikanische Partei besser im Griff als je zuvor. Die grosse Mehrheit ihrer Gefolgschaft glaubt Umfragen zufolge, dass Biden nicht der rechtmässige Präsident der USA ist. Trump und seine Leute haben kritische Stimmen mundtot gemacht oder gleich ganz aus der Partei geworfen. Sie haben Wahlgesetze verschärft, um Wählerinnen und Wähler der Demokratischen Partei von den Urnen fernzuhalten. Und sie haben gezielt Schlüsselstellen in mehreren Staaten besetzt, um die Ergebnisse der nächsten Präsidentschaftswahl beeinflussen zu können.
Alan Cassidy hat den Sturm auf das Capitol vor einem Jahr live miterlebt. Der frühere USA-Korrespondent von Tamedia diskutiert im Podcast mit seinem Nachfolger Fabian Fellmann, was seither passiert ist. Wie hintertreiben die Republikanerinnen und Republikaner die Aufarbeitung? Was bedeutet das für die nächsten Präsidentschaftswahlen? Ist die Gefahr durch Donald Trump gebannt?
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«Und ewig grüsst das Murmeltier» heisst ein amerikanischer Filmklassiker. Wer derzeit die US-Politik verfolgt, fühlt sich unweigerlich daran erinnert. Denn das Jahr hört auf, wie es begonnen hat: mit Corona im Vordergrund und Donald Trump im Hintergrund.
Während sich Omikron auch in den USA ausbreitet, ist der Ex-Präsident wieder im Gespräch. Ein Kongressausschuss untersucht den Sturm aufs Capitol am 6. Januar 2021. Dabei geht es immer stärker um die Rolle des Ex-Präsidenten. Er hat ja damals mehr oder weniger verklausuliert zum Sturm aufs Parlamentsgebäude in Washington aufgerufen.
Gleichzeitig sind Joe Bidens Umfragewerte im Keller. Und auch die Pandemie ist nicht überstanden, so wie er es beim Amtsantritt versprochen hat. Dazugekommen sind der chaotische Abzug aus Afghanistan, der Streit mit China, die Krise in der Ukraine, eine galoppierende Inflation und der Krach in der eigenen Partei.
Martin Kilian, langjähriger Korrespondent in den USA, und Christof Münger, Leiter des Ressorts International der Tamedia-Redaktion in Zürich, blicken zurück auf Präsident Bidens erstes Amtsjahr.
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Mehrere Urteile der US-Justiz geben zu reden: In Wisconsin wurde der 18-jährige Weisse Kyle Rittenhouse freigesprochen. Er hatte im Sommer 2020 zwei ebenfalls weisse Demonstranten erschossen. Sein Freispruch wird nun hart kritisiert – unter anderem mit dem Argument, dass ein Afroamerikaner in derselben Situation wohl verurteilt würde.
Kurz darauf hingegen folgten zwei Urteile, die als Fortschritt im Abbau von Rassismus in der US-Justiz bewertet werden. Im Bundesstaat Georgia sprach eine grossmehrheitlich weisse Jury drei weisse Männer des Mordes am Schwarzen Ahmaud Arbery schuldig. Und dann gab es auch noch ein Aufsehen erregendes Urteil gegen die Organisatoren des rechtsextremen Aufmarsches in Charlottesville vor vier Jahren.
Die Urteile zeigen wie kontrovers in Amerika über die Strafjustiz gestritten wird. Und sehr oft geht es dabei um die Frage: Ist diese Justiz rassistisch? Werden schwarze und weisse Amerikaner wirklich nach unterschiedlichen Massstäben beurteilt? Und: Ändert sich da gerade etwas? Das ist das Thema der neuen Folge des Tamedia-Podcasts «Alles klar, Amerika?». Durch das Gespräch führt Alan Cassidy, sein Gast ist Fabian Fellmann, USA-Korrespondent von Tamedia.
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Vor einem halben Jahr waren die Amerikanerinnen und Amerikaner noch die Impfchampions. Ein Erfolg für den neuen US-Präsidenten: Am 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, verkündete Joe Biden den Sieg über Corona, auch wenn er einräumte, dass das Virus noch nicht aus der Welt sei. Gleichzeitig rief er eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen, es sei eine patriotische Pflicht.
Doch die Impfkampagne ist ins Stocken geraten, ähnlich wie in der Schweiz: In den USA sind 59 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, in der Schweiz sind es 67 Prozent. Noch stärker als bei uns ist die Pandemie in den USA politisiert: Dort, wo die Republikaner an der Macht sind, also in den roten Bundesstaaten, ist die Todesrate dreimal so hoch wie in den demokratischen Gebieten, den blauen Bundesstaaten. Vor allem, weil im Trump-Land viel weniger geimpft wird. In Wyoming im Mittleren Westen zum Beispiel sind es nur 44 Prozent, im demokratischen Massachusetts an der Ostküste dagegen 71 Prozent.
Weshalb ist das so? Ist Biden für diesen Impfgraben verantwortlich? Ist es ein Stadt-Land-Problem wie in der Schweiz? Oder gehört das zum Erbe von Donald Trump? Darüber unterhalten sich Martin Kilian, langjähriger Korrespondent in den USA, und Christof Münger, Leiter des Ressorts International der Tamedia-Redaktion in Zürich.
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Die Gouverneurswahl in im US-Bundesstaat Virginia galt als nationaler Stimmungstest. Der Sieg des Republikaners Glenn Youngkin ist eine Ohrfeige für Präsident Joe Biden, der den Amtsinhaber, den Demokraten Terry McAuliffe, unterstützt hat. Und auch in New Jersey, eigentlich ebenfalls demokratisches Territorium, ist es unerwartet zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen gekommen.
Was heisst das nun für Joe Biden? Für die Demokraten und die Zwischenwahlen in einem Jahr? Und natürlich: Was bedeutet dieser Sieg der Republikaner für Donald Trump?
Darüber unterhalten sich Martin Kilian, langjähriger Korrespondent in den USA und Christof Münger, Leiter des Ressorts International der Tamedia-Redaktion in Zürich.
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Joe Biden hat ein Problem, das täglich grösser wird. Der US-Präsident bringt seine Grossprojekte nicht voran. Klimaschutzprogramm, Infrastrukturpaket: Alles hängt gerade in der Schwebe.
In den Umfragen ist die Unterstützung für Biden inzwischen stark gesunken. Nur noch jeder Zweite ist mit seiner Amtsführung einverstanden. Das sind noch nicht ganz so schlechte Werte wie die von Donald Trump, aber schlechter als die der bisherigen demokratischen Präsidenten.
In Bidens Partei macht sich Pessimismus breit, und plötzlich scheint es möglich, dass der Republikaner Glenn Youngkin in zwei Wochen die Gouverneurswahlen in Virginia gewinnt, obwohl der Demokrat eigentlich haushoch gewinnen müsste.
Warum Biden sich so schwer tut damit, Erfolge einzufahren, warum ihm die Zeit davonläuft und was das für die Aussichten von Demokraten und Republikaner heisst, diskutieren Inlandredaktor Alan Cassidy und USA-Korrespondent Fabian Fellmann in einer neuen Folge des Tamedia-Podcasts «Alles klar, Amerika?»
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Ein neues und sehr restriktives Abtreibungsgesetz in Texas hat die Debatte um Abtreibungen in den USA befeuert. Hunderttausende Amerikanerinnen gingen in den vergangenen Wochen auf die Strasse, um für das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch zu protestieren. Ein US-Bundesrichter hat das Gesetz inzwischen als «verfassungswidrig» beurteilt und vorläufig ausgesetzt.
Dennoch wächst bei Unterstützern des Rechts auf Abtreibung die Sorge, dass der Oberste Gerichtshof schon bald das Grundsatzurteil kippen könnte, mit dem Abtreibungen legalisiert wurden. Wie begründet sind diese Ängste? Warum tobt der Kampf um Abtreibungen in den USA derart heftig? Weshalb ist die Frage nach ihrer Zulässigkeit auch nach mehreren Jahrzehnten ungeklärt? Und worauf berufen sich Abtreibungsgegner in letzter Zeit zunehmend?
Darüber sprechen USA-Korrespondent Fabian Fellmann und Alan Cassidy in einer neuen Folge des Tamedia-Podcasts «Alles klar, Amerika?».
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Joe Biden ist kürzlich vor der UNO-Vollversammlung aufgetreten, traditionell eine Rede, in der sich der US-Präsident an die ganze Welt richtet. Bei den Vereinten Nationen ist man zwar dankbar, dass Donald Trump, der von der Weltorganisation gar nichts hielt, nicht mehr Präsident ist. Trotzdem wurde auch sein Nachfolger eher kühl empfangen.
Umso nachdrücklicher betonte Biden, wie wichtig den USA ihre Partner seien. Er habe «dem Wiederaufbau und der Wiederbelebung unserer Allianzen Priorität eingeräumt», sagte der US-Präsident in New York. Die Bündnisse seien «für Amerikas dauerhafte Sicherheit und Wohlstand unerlässlich und zentral».
Gleichzeitig ist bekannt, dass die USA im Alleingang entschieden haben, aus Afghanistan abzuziehen. Und vor einigen Tagen haben sie mit der Ankündigung überrascht, Atom-U-Boote an Australien zu liefern. Frankreich, das bereits einen Liefervertrag hatte, wurde ausgebootet. Wie ernst ist es also Joe Biden, wenn er vor der UNO die Zusammenarbeit mit den Alliierten beschwört? Ist er überhaupt auf die traditionellen Verbündeten in Europa angewiesen, wenn es um China geht? Und was hat das alles mit der amerikanischen Innenpolitik zu tun?
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Joe Biden hat nach dem Treffen mit den G-7-Regierungschefs seinen Entscheid zum Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan bis zum 31. August erneut bekräftigt. Er wollte diesen «endlosen Krieg», wie er sagt, schon längst beenden. Bereits 2009 noch als Senator und kurz vor seiner Einschwörung als Barack Obamas Vizepräsidenten hat er sich offenbar eine Meinung gebildet. Bei einem Besuch in Kabul verliess Biden sogar ein Abendessen mit dem damaligen Präsidenten Hamid Karzai vorzeitig. Biden irritierte, dass sich Karzai nicht für das US-Engagement bedankte und keinerlei eigene Fehler einräumte.
Seither will Joe Biden den Krieg in Afghanistan beenden. Als Präsident hat er nun die Macht dazu. Auch die G-7-Staats- und Regierungschefs konnten ihn nicht dazu bewegen, die Frist für die Evakuierung ein paar Tage oder Wochen zu verlängern. Doch Biden zahlt einen Preis für seine unnachgiebige Haltung: Die Bilder vom Kabuler Flughafen können ihm nicht gefallen.
Noch ist unklar, wie sich das Debakel in Afghanistan auf die amerikanische Innenpolitik und Bidens grosse Reformprojekte auswirkt. Jedenfalls wird er inzwischen nicht mehr mit dem grossen Franklin D. Roosevelt verglichen, sondern mit Jimmy Carter und seiner glücklosen Iran-Politik. Es wäre also nicht das erste Mal, dass ein innenpolitisches Projekt scheitert wegen einer aussenpolitischen Krise. Auch Lyndon Johnsons Engagement für die Bürgerrechte der Afroamrikaner war überschattet, damals vom Krieg in Vietnam.
Was wird an Joe Biden hängen bleiben? Und können Donald Trump und die Seinen davon profitieren? Darüber unterhalten sich Martin Kilian, langjähriger USA-Korrespondent, und Christof Münger, Leiter des Ressorts International der Tamedia-Redaktion in Zürich, in einer neuen Folge des Podcasts «Alles klar, Amerika?».
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