ERF Plus - Wort zum Tag

ERF Plus - Wort zum Tag

By ERF - Der SinnsenderReligion & SpiritualityChristianity
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ERF Plus - Wort zum Tag episodes

  • Friede mit Gott
    Die Bibelstelle Epheser 2,17 – ausgelegt von Jochen Eber.

    „Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.“

    Frieden mit Gott ist möglich! Das ist ganz stark, was Paulus hier den Christen in Ephesus schreibt.

    In der Zeit des Paulus glauben Nichtchristen keineswegs, dass sie mit den überirdischen Mächten in Frieden leben können. Im Gegenteil: Die Götter zürnen mir! Das ist eine weit verbreitete Ansicht. Ich muss sie besänftigen! Ich muss ihnen Opfer bringen, am besten schon frühmorgens am Tag opfert der Hausvater den Familiengöttern. Dann geht nichts schief. So hat man gedacht, und so hat man dann auch Opfer gebracht. Doch keiner kann wissen, ob die Gottheit nun besänftigt und nicht mehr zornig ist.

    „Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt“. „Im Evangelium“, in der guten Nachricht: Christus ist für die Sünden aller Menschen am Kreuz gestorben. Wer das glaubt und wer an ihn, an Jesus, glaubt, der hat das ewige Leben. Wer an Jesus glaubt, der hat Frieden mit Gott. In seinem Brief an die Gemeinde in Rom schreibt Paulus dasselbe: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“. (Römer 5,1) Frieden mit Gott, allein durch Glauben, allein durch Jesus Christus.

    Das ist der Friede, den damals niemand gekannt hat. Erst durch Jesus ist er bekannt geworden und in die ganze Welt getragen worden.

    Nur wenige Jahre vor der Geburt von Jesus ließ der römische Senat dem Kaiser Augustus einen Friedensaltar bauen. Im Jahr neun vor Christus wurde der Altar der Pax, der Göttin des Friedens geweiht. Die Bürger von Rom waren glücklich und dankbar. Sie lebten durch den Kaiser Augustus in einer bisher nie gekannten Friedenszeit. – Doch was für ein Friede war das? Durch Kriege in Gallien und Spanien hatte Augustus an den Außengrenzen Frieden hergestellt. Jahrzehntelange Bürgerkriege und Streitigkeiten im Inneren des Staates wurden beendet. So herrschte zur Zeit von Jesus ein Friedenskaiser.

    Bei der Geburt von Jesus in Bethlehem erschienen Engel am Himmel. Sie sangen: Mit diesem Kind wird „Friede auf Erden“ gemacht. Das ist ein anderer Friede als der Friede, den Kaiser Augustus brachte. Durch Jesus kommt der Frieden mit Gott in die Welt. Er hat den Frieden mit Gott denen versprochen, die fern und die nahe waren. Jahwe oder auch Jehova – so in den alten Gesangbuchliedern – ist der Name des Gottes des Volkes Israel. Mit diesem Volk war Gott, der Herr, einen Bund eingegangen. Aus seinem Volk kamen die Christen, die vorher schon nahe waren. Doch auch für Nichtjuden hat Gott den Frieden durch Jesus geschenkt. Die Nichtjuden sind diejenigen, die früher dem Gott des Volkes Israel ferne waren. Durch Jesus haben alle Menschen Frieden mit Gott, und sie haben auch Frieden untereinander! Vor Jesus war es unmöglich, dass Juden und Christen eine Gemeinschaft gebildet haben. Das scheiterte schon daran, dass sie wegen jüdischer Reinheitsvorschriften nicht miteinander essen konnten. Aber durch den Glauben an Jesus gibt es Frieden zwischen den Christen aller Völker und Sprachen. Ich will auch heute Gott dankbar dafür sein, dass er diesen Frieden möglich gemacht hat.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Dr. Jochen Eber

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    5 min
  • Unbändige Freude
    Die Bibelstelle Apostelgeschichte 16,34 – ausgelegt von Jochen Eber.

    Ein Gefängnisaufseher wird Christ. Er hat als Vater des Hauses das Sagen in seinem Haushalt. Heute würden wir das so ausdrücken: er ist der Chef des ganzen Clans. Was er sagt, das gilt. Was er macht, das macht die ganze Großfamilie. Er wird getauft zusammen mit „allen den Seinen“. So steht es im vorangehenden Vers. Alle feiern, dass sie getauft worden sind und jetzt Christen sind. Vers aus dem Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine für heute: „Der Kerkermeister freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.“

    Wie ist es dazu gekommen? Paulus hat zusammen mit Silas im nördlichen Griechenland, in der Stadt Philippi gepredigt. Dabei hat er auch einen bösen Geist ausgetrieben, von dem eine Frau besessen war. Deshalb werden Paulus und Silas zu Unrecht angeklagt: diese Leute stiften Aufruhr in unserer Stadt! Sie werden verhaftet, mit Stöcken verprügelt und ins Gefängnis geworfen.

    Um Mitternacht beten und singen die beiden. Sie beten so laut, dass es die anderen Gefangenen hören. Ich kann mir vorstellen, dass die Knastkollegen nicht gerade erfreut sind.

    Und dann passiert es ganz plötzlich: die Erde bebt stark, die Wände wackeln, die Ketten reißen aus ihrer Verankerung, die Türen springen auf. Für die abergläubischen Mitgefangenen ist es klar: Die beiden haben ihren Gott angerufen, und der hat sie erhört. Er hat das Erdbeben geschickt, um seinen Leuten zu helfen. Jetzt sind sie frei – und wir sind auch frei!

    Das ist der schwärzeste Tag, die schwärzeste Nacht im Leben des Gefängnischefs. Er hat geschlafen und wird von dem Erdbeben geweckt. Er rennt zum Gefängnis. Dort sieht er die Gefängnistüren sperrangelweit offenstehen. Er denkt: jetzt sind die Gefangenen weg. Dafür hafte ich mit meinem Leben. Er weiß, was er jetzt tun muss. Er sagt sich: „Ich kann die Ehre meiner Familie nur retten, wenn ich mir selber das Leben nehme.“ Er zieht sein Schwert.

    Paulus sieht das und schreit laut: Lass das bleiben, wir sind alle hier. Der Aufseher lässt sich eine Fackel bringen, er läuft in das Gefängnis hinein und sieht: Sie sind tatsächlich da! Nun ist er mit den Nerven fertig. Er zittert am ganzen Leib. Er wirft sich vor Paulus und Silas nieder, als wären sie seine Vorgesetzten, ja, als wären sie Götter, die er verehren muss. Sie haben ihm sein Leben gerettet. Und noch mehr: Sie predigen eine Religion, mit der sie selbst bei offenen Gefängnistüren nicht davonlaufen.

    Deshalb will der Gefängnisaufseher Christ werden. Er lässt sich unterrichten und taufen.

    Und dann diese unbändige Freude: Er freut sich, er hat Gott gefunden. Seine ganze Hausgemeinschaft freut sich mit ihm. Der Aufseher hatte den Tod vor Augen. Aber jetzt ist er gewiss: Er kann weiterleben. Doch nicht nur das. Er hat den wahren Gott kennengelernt und glaubt an Jesus Christus, seinen Sohn. Damit weiß er auch, dass er nach dem Tod ewig leben wird.

    Haben Sie diese große Freude erlebt? Wollen Sie auch gewiss sein, dass Sie ewig leben werden? Lassen Sie sich die Freude und das ewige Leben von Jesus schenken. Bitten Sie ihn darum. Beten Sie zu Jesus. Am besten jetzt gleich.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Dr. Jochen Eber

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    5 min
  • Halte durch!
    Die Bibelstelle 1. Petrus 1,6-7 – ausgelegt von Gudrun Weber.

    Egal, ob Küste oder Schwarzwald: Mein Nachbar freut sich jedes Jahr auf eine Radtour mit Freunden.  Aber: Gegenwind und Regen können den Fahrspaß vergraulen. Doch er sieht es locker: „Da beißt du dich halt durch,“ sagte er. „Danach freut man sich, es geschafft zu haben.“

    „Da beißt du dich halt durch“… dieser Satz geht mir nach. Auch wenn ich keine großen Radtouren unternehme: Situationen zum „Durchbeißen“ gibt es trotzdem. Nur: Sehe ich das dann auch so zuversichtlich wie mein Nachbar? Oder ist mir das Klagelied näher als die Durchhalteparole?

    Ein Problem, das auch Petrus anspricht. In seinem ersten Brief, Kapitel 1 Verse 6 und 7 schreibt er:

    Ihr werdet euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube bewährt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold.

    Sie hatten es nicht einfach, die Empfänger dieses Briefes. In Vers 1 lese ich, dass sie verstreut in verschiedenen Provinzen wohnten. „Mitten unter Menschen, die nicht an Christus glaubten“, heißt es da (HfA). Damit waren Anfeindungen verbunden. Oder sogar tätliche Angriffe. Diese Christen lebten im Gegenwind. In der Anfechtung. In der inneren Spannung: Durchhalten oder Aufgeben?

    Durchhalten oder Aufgeben – dieser Gedanke kommt mir bekannt vor. Vor allem, wenn mir Gegenwind um die Ohren pfeift. Wenn Nöte das Leben schwer machen. Hiob bekam, als er sehr krank war, von seiner Frau den Rat: „Mach doch Schluss mit Gott und stirb!“ (Buch Hiob, Kapitel 2 Vers 9). Aber Hiob hielt durch. Hielt an Gott fest. Obwohl er Gottes Handeln nicht verstehen konnte. Und mit Zweifeln zu kämpfen hatte.

    Durchhalten oder Aufgeben – am Aufgeben ist jemand ganz besonders interessiert. Und zwar der, der jede Beziehung zu Gott untergraben oder zerstören will. Die Bibel nennt seine Namen: Satan, Verführer, Vater der Lüge, Teufel oder Feind. Dieser Angreifer handelt listig und verschlagen. Er weiß genau, mit welchen Tricks er Menschen im Glauben an Gott verunsichern kann.

    Das hört sich erschreckend an. Und ist es auch. Aber: Dieser furchtbare Feind ist ein besiegter Feind. Jesus rief am Kreuz: „Es ist vollbracht“. Das war ein Siegesruf! Jesus siegte nicht nur über die Macht der Sünde und des Todes. Er siegte auch über die Macht des Teufels. Dieser Sieg macht mich frei. Frei von Schuld und Versagen. Frei aber auch in Zeiten des Gegenwinds. Wenn der Teufel mir mit Zweifeln, Ängsten oder bedrückenden Gedanken zusetzen will: Vor Jesus muss er weichen. Wenn ich bete, wenn ich mit Jesus rede, dann hat der Feind nichts mehr zu sagen.

    Durchhalten oder Aufgeben – mit Jesus halte ich durch. Und werde mich freuen. Weil mein Glaube die Probe bestanden hat. Und damit einen Wert bekommt, den kein Goldpreis aufwiegen kann. Dazu eine Belohnung. Davon spricht der letzte Satz von Vers 7. Da heißt es: „Lob, Preis und Ehre werdet ihr dann an dem Tag empfangen, an dem Christus für alle sichtbar kommt.“ Unvorstellbar – aber sichere Zukunft. Daran will ich denken. Vor allem, wenn es eine Strecke zum „Durchbeißen“ gibt.

     

    Infos zum 1. Petrusbrief:

    Buchvideo: 1. Petrus

     

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Gudrun Weber

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    5 min
  • Gut ankommen
    Die Bibelstelle 2. Korinther 1,10 – ausgelegt von Gudrun Weber.

    „Komm gut an!“ sagte ich kürzlich, als ich eine Besucherin verabschiedete. Sie hatte zwar keinen weiten Weg vor sich – aber trotzdem: Gut an einem Ziel anzukommen, ist nicht selbstverständlich. Egal, auf welche Weise man unterwegs ist: zu Fuß, mit dem Fahrrad, Auto oder Zug.

    Gut ankommen – das liegt nicht nur Menschen am Herzen. Sondern auch Gott. Vor gut 3000 Jahren befahl er seinem Diener Mose, dem Volk Israel auszurichten:

    Ich habe euch sicher hierher zu mir gebracht, wie ein Adler, der seine Jungen trägt.
    2. Buch Mose 19,4

    Gut ankommen – das wollte wohl jeder aus dem Volk. Seit drei Monaten waren sie unterwegs. Nicht auf einer Urlaubsreise. Sondern durch die Wüste. Wunder über Wunder hatten sie seit ihrem Auszug aus Ägypten mit Gott erlebt. Und doch gab es Situationen, die gefährlich waren. Gefährlich wie die unkontrollierten Sturzflüge junger Adler. Da hätte manches schlimm ausgehen können. Aber Gott wachte über seinem Volk. Zuverlässig wie ein Adler über seine Jungen. So kamen sie sicher an. Am Berg Sinai. Bei Gott. Denn dort sollten sie seine Gegenwart in besonderer Weise erfahren.

    Gut ankommen – darum geht es auch in meinem Leben. Da gibt es Wege, die endlos erscheinen. Sturzflüge, die den Atem rauben wollen. Hindernisse, die ein Weiterkommen blockieren. Lasten, die ermüden. Pannen, die entmutigen.

    Gott will, dass ich gut ankomme. Egal, wie und wo ich gerade unterwegs bin. Er hat mich auf den Weg gebracht – mir dieses einzigartige Leben geschenkt. Darin will er mich liebevoll begleiten. Will meinem Leben einen Sinn geben. Und ein Ziel. Doch dazu muss er Gemeinschaft mit mir haben können. Diese Gemeinschaft ist blockiert. Durch meine Schuld.  Darum hat Gott seinen Sohn geschickt – Jesus Christus. Er starb am Kreuz. Unschuldig. Für mich. Für jeden. Und für jede Schuld. Jeder darf mit Jesus Christus ein neues Leben beginnen. Und wissen: Er sorgt für mich – und meinen Lebensweg.

    Eigene Schritte erspart er mir dabei nicht. Aber er unterstützt mich. Fängt mich auf. Er hilft mir, zu der Persönlichkeit heranzuwachsen, die er sich bei meiner Erschaffung vorgestellt hat. Ein Prozess, der ein Leben lang andauert. Und der mich immer wieder in neue Herausforderungen stellt. Aber: Keinen Augenblick lässt Gott mich in diesem Wachstumsprozess allein. „Ich bleibe derselbe,“ verspricht er im Buch Jesaja, Kapitel 46 Vers 4. „Ich werde euch tragen bis ins hohe Alter, bis ihr grau werdet. Ich, der Herr, habe es bisher getan, und ich werde euch auch in Zukunft tragen und erretten.“

    Gott will, dass ich gut ankomme. Am Abend eines jeden Tages. An kleinen oder großen Lebenszielen. Gott will, dass ich meinen Weg finde. Den Weg, den er sich nur für mich ausgedacht hat. Für den er mich begabt und ausgerüstet hat. Auf dem nur ich ihm die Ehre geben kann.

    Gott will, dass ich gut ankomme. Bei ihm. Im Himmel. Im ewigen Leben. Denn Jesus ist auferstanden. Er hat den Tod besiegt. Wer an ihn glaubt, wird leben. In Ewigkeit. Und dort vielleicht staunend hören: „Ich habe dich sicher hierher zu mir gebracht, wie ein Adler, der seine Jungen trägt.“


    Einführung in den Korintherbrief:

    Buchvideo: 2. Korinther

     

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Gudrun Weber

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    5 min
  • Enge Grenzen überschreiten
    Die Bibelstelle Apostelgeschichte 11,18 – ausgelegt von Rainer Kunick.

    Es war für mich schon etwas Besonderes als ich vor Jahren zum ersten Mal über die Grenze nach Polen einreisen und meine Geburtsstadt in Schlesien besuchen konnte, ohne einen Ausweis zu zeigen. Welch eine Freude, endlich! Aber Grenzüberschreitungen können auch gefährlich sein, etwa, wenn ich die Grenzen von Alkoholkonsum überschreite, wenn ich zu sehr in das Privatleben einer Person eindringe, die es nicht möchte.

    Um die Problematik der Grenzüberschreitung geht es auch im Zusammenhang des Gotteswortes aus der Apostelgeschichte für heute. Soll auch nichtjüdischen Menschen die rettende Botschaft von Jesus Christus verkündigt werden? Und wenn ja, welche jüdischen Vorschriften müssen sie einhalten? Die Verse vor unserem Gotteswort machen deutlich, dass Gott viel aufbieten, der Heilige Geist kräftig wehen musste, bis die Verantwortlichen zu der Erkenntnis kamen, wir können die Christusbotschaft nicht für uns behalten und unsere jüdischen Vorschriften sollen für Menschen aus anderen Völkern nicht gelten.

    Und dann endlich: Die Apostel und die Brüder und Schwestern priesen Gott und sprachen: Nun hat Gott also auch den anderen Völkern die Umkehr zum Leben gewährt (Apostelgeschichte 11,18). Nun sind alle Menschen eingeladen, Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland anzunehmen und sich zu ihm hinzuwenden. Gott lädt sie ein und schenkt ihnen die Möglichkeit zur Umkehr. Darüber preisen – so sagt es unser Gotteswort – die Apostel und die Brüder und Schwestern Gott.

    Das gilt auch für uns heute. Christus lädt uns alle ein, Gemeinschaft mit ihm zu haben. Wenn sie dieses „Wort zum Tag“ heute – vielleicht ganz zufällig – hören, Sie sind eingeladen, zu Jesus Christus zu kommen. Er freut sich über Sie.

    Auch wir, die wir vielleicht schon lange zu einer Gemeinde oder Gemeinschaft gehören, sollen Gott preisen, wenn Menschen sich von Jesus Christus finden lassen, zu ihm umkehren, auch wenn sie nicht zu uns kommen, weil unsere Gemeindeordnungen und Liturgien sie nicht ansprechen. Hauptsache sie kommen zu Christus. Vielleicht müssen wir manchmal unsere engen Gemeindeordnungen, Musikstile, Liturgien und anderes überdenken und unsere Grenzen erweitern. Oft sind sie vor langer Zeit entstanden und wir haben sie einfach übernommen. Inzwischen gibt es ja nicht nur Orgelklänge, sondern auch Musik von Bands, nicht nur alte Choräle, sondern auch Lobpreis. Über all das kann man streiten, Hauptsache: Christus wird verkündigt und erreicht die Menschen in ihren Lebenssituationen.

    Eugen Eckert hat es einmal so gesagt:

    Meine engen Grenzen,

    meine kurze Sicht,
    bringe ich vor dich.
    Wandle sie in Weite:
    Herr, erbarme dich.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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    4 min
  • Neubau auf altem Grund und Boden
    Die Bibelstelle Galater 4,9 – ausgelegt von Rainer Kunick.

    In unserer Familie haben wir zurzeit ein Bauprojekt: Ein nicht mehr zu renovierendes Haus muss abgerissen werden, ein Neubau auf dem alten Grund und Boden soll errichtet werden. Wir sind gespannt, wie das neue Haus auf das alte Grundstück passt - und die neuen Bewohner freuen sich schon darauf, in ihm zu leben. Auch im Gotteswort aus dem Galaterbrief für heute geht es um einen Neubau auf altem Grund und Boden unseres Lebens, in dem es sich gut wohnen lässt und der im Gegensatz zu unserem familiären Neubau schon abgeschlossen ist, aber in dem doch jeder Tag mit seinen Höhen und Tiefen gelebt wird.

    Der Apostel Paulus schreibt:

    Da ihr Gott erkannt habt, ja viel mehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt? (Galater 4,9). Gott kennt uns. Er weiß, wer wir sind, er kennt uns als seine Kinder. Auch meine Frau und ich kennen die Sonnen- und Schattenseiten unserer eigenen Kinder – und haben sie lieb. Gott kennt uns und schenkt uns seine Liebe. Neues entsteht auf dem alten Grund und Boden unseres Lebens. „Nieder mit Gott“, so hat es jemand einmal an eine Kirchenmauer gesprayt. Zwar kann man das Gott nicht befehlen - und der Sprayer hat es ja auch anders gemeint -, aber Gott kam in Jesus Christus in unsere Niedrigkeit. Im ohnmächtigen Jesus Christus am Kreuz wird die Macht seiner Liebe zu uns deutlich, in der Schwachheit des Gekreuzigten zeigt uns Gott, dass er eine Schwäche für uns Menschen hat, die ja gerade seine Stärke ist. Neues ist in unser altes Leben gekommen – wie ein Neubau auf altem Grund und Boden. In diesem Neubau lässt es sich gut leben.

    Trotz dieser befreienden Botschaft beobachtet Paulus eine seltsame Dynamik. Er weiß, Menschen neigen dazu, immer wieder in alte Muster zurückzufallen. Davor warnt er und ermutigt: Nun lebt auch so, sehnt euch nicht zurück zu eurem früheren Leben, in dem ihr von Christus noch nichts wusstet, vergesst ihn nicht wieder. Neues ist doch geschehen auf dem alten Grund und Boden eures Lebens. Lebt Versöhnung in eurem Leben, lebt Frieden, lebt Liebe – all das hat euch Christus geschenkt. All das kann ich nur vermehren, indem ich es teile. Wir alle - auch sie liebe Hörerinnen und Hörer - sind eingeladen zu diesem neuen Leben.

    Früher mehr als heute trugen Menschen Armbändchen mit den Buchstaben W. W. J. D. Das steht für „What would Jesus do?“ (deutsch „Was würde Jesus tun?“). Hinter dem Slogan steht die Idee, durch solche Armbänder daran erinnert zu werden, sich bei allem, was ich tue, zu fragen, wie Jesus Christus in dieser Situation reagieren, handeln oder denken würde. Der Ausdruck ist dem Roman In His Steps von Charles Sheldon aus dem Jahr 1896 entlehnt und die Grundlage, auf der dort eine Gemeinde Ihre Entscheidungen trifft. Eine großartige Erinnerung im alltäglichen Leben an unser Gotteswort für heute.

    Mir gefällt das Lied von Werner Hoffmann:                                                                                          Neue Schritte wagen, gehn in deiner Spur,                                                                                                Jesus, du gehst mir voran.

    Hilfst mir, dir zu folgen, gibst mir Korrektur,
    zeigst mir, wo ich gehen kann.
    Neues Leben finden: Christsein wird konkret,
    wenn man sich an Gott verliert,
    wenn man wie ein Jünger hinter Jesus
    geht, und vertraut, wie Jesus führt.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Superintendent i. R. Rainer Kunick

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    5 min
  • In der Spur des Geistes Gottes
    Die Bibelstelle Galater 5,16 – ausgelegt von Ulrich Nellen.

    In der Studentenzeit war ich mit dem Auto unterwegs und unterhielt mich mit den Mitfahrern - auch denen, die hinten saßen. Und so ins Gespräch vertieft, schaute ich mal kurz nach rechts hinten - und unwillkürlich lenkte ich dabei auch nach rechts…

    Ergebnis: Zwei platte Reifen.

    Die Richtung meines Blicks hat immer Folgen, hat Konsequenzen.

    Dazu passt gut der Bibelvers für den heutigen Tag aus dem Brief des Apostels Paulus an die Christen in Galatien, Kapitel 5, Vers 16:

    „Lasst euer Leben vom Geist Gottes bestimmt sein und richtet es danach aus. Dann werdet ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.“

    Denn auch die innere Ausrichtung meines Lebens zeigt sich an den Folgen.

    In dem Vers ist eine Zweiteilung zu finden: Es geht im ersten Schritt um das Leben und wonach wir es ausrichten und im zweiten Schritt dann um die Folgen dieser Blickrichtung.

    Heutzutage kann ich überall sehen, wohin es führt, wenn Menschen falschen Zielen nachjagen - und immer hat dies Auswirkungen auf andere, denn „kein Mensch ist eine Insel“ wie mal ein Buchtitel lautete.

    Paulus ermuntert mich, dass ich mich inspirieren lasse vom Geist Gottes selbst, der sich dazu auch gerne bereit erklärt.

    Und es ist eine Bewegung in diesem Vers: Ich lasse mich vom Geist Gottes bestimmen und richte mich danach aus. 

    Darin steckt: Woher komme ich und wohin gehe ich?

    Wenn ich nach Gott frage, nach seinem Willen und Weg, wird das ganz natürlich die Ausrichtung meines Blickes und Weges beeinflussen.

    Wie also sieht mein Standpunkt und damit auch Startpunkt aus?

    Nicht der „Zeitgeist“ - was immer das auch sei - oder meine Selbstverwirklichung ist hier die gute Wahl, sondern der Geist Gottes und damit der Glaube: Er weiß am besten, was das Beste für mich ist.

    Das ist wie beim Rennen in der Leichtathletik: Ich brauche einen guten und festen Startpunkt, an dem ich mich abstoßen kann, wenn ich loslaufe.

    Und dann starte ich meinen Lauf und richte dabei meinen Blick auf das Ziel - übrigens auch ein Bild von Paulus.

    Meine Blickrichtung und damit meine Laufrichtung ist vom Geist Gottes inspiriert. Und damit kommt dann der zweite Teil des Verses zum Tragen:

    „Dann werdet ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen nachgeben.“

    Es ist wie ein Ausschlusskriterium:

    Wenn ich diesen Startpunkt wähle und diese Ausrichtung beibehalte, dann werden nicht solche Wünsche die Oberhand gewinnen, die sich nur um „Ich-mich-meiner-mir“ drehen.

    Ja, sie sind schon noch da - aber sie dürfen mich nicht beherrschen und meine Lebensrichtung bestimmen.

    Es geht eben nicht - wie in der sprichwörtlich gewordenen Werbung - um „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“

    Es geht um Gottes und mein Wirken und die Auswirkungen auf Andere.

    In den weiteren Versen im Galaterbrief wird es dann auch konkret, um was es eigentlich geht, wenn Paulus das Ergebnis dieser Lebensausrichtung aufzählt:

    “Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.“

    Ich bin heute unterwegs - ob im Auto oder sonst wie.

    Ausgehend von einem festen und sicheren Startpunkt meines Lebens im Glauben werde ich erleben, dass diese Ausrichtung nicht mich und andere unbeweglich macht wie in dem Eingangsbeispiel mit den beiden platten Reifen.

    Nein, ich bin unterwegs - ausgerichtet auf das, was Gottes Wesen entspricht.

    Anders als ein selbstsüchtiger Lebensstil hat dies dann positive Auswirkungen in jeder Begegnung dieses Tages! Probieren Sie es mal aus!

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Ulrich Nellen

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    6 min
  • Den richtigen Ton treffen
    Die Bibelstelle Jeremia 9,6 – ausgelegt von Ulrich Nellen.

    Manchmal gibt es in Gemeinden eine neue Glocke für den Kirchturm. Und dann können oft Menschen aus dieser Gemeinde zu einer der fünf verbliebenen Glockengießereien fahren, um mitzuerleben, wie ihre spezielle Glocke gegossen wird.

    Es ist spannend, dabei zu sein und zu erkennen, dass so eine Glocke doch ein kompliziertes Ding ist, bei dem auch was schief gehen kann.

    Leider kommt es eben auch vor, dass eine Glocke einen falschen Ton hat, oder einfach nicht schön klingt.

    Dieses Bild fiel mir ein, als ich in der heutigen Tageslosung beim Propheten Jeremia, Kapitel 9, Vers 6 gelesen habe: „Siehe ich will mein Volk schmelzen und prüfen.“

    Hier spricht Gott über sein Volk Israel, zu dem wir als Christen ja durch den Glauben an Jesus Christus auch gehören.

    Im ersten Moment klingt dieser Vers eher nicht so großartig. Er klingt schmerzhaft und recht unangenehm. Beim Bild in der Bibel geht es natürlich nicht um eine Glocke, sondern um die Tatsache, dass das Volk damals mal wieder auf Wegen unterwegs war ohne Gott, ja weg von Gott. Das Interessante ist in diesem Vers jedoch, dass Gott immer noch von seinem Volk spricht und als Ziel hat, mit diesem wieder in einer guten Beziehung zu leben. Dazu gehe ich nochmals in das Bild von der Glocke:

    Was passiert beim Schmelzvorgang? Ein Metallerz ist niemals 100% rein. Da sind andere Metalle drin, die nicht erwünscht sind oder auch Verunreinigen anderer Art.

    Während des Schmelzprozesses verbrennen diese und die anderen Metalle können anhand der Temperaturwahl beeinflusst werden.

    Immer wieder kontrollieren die Gießer daher den Schmelzprozess. Und in dem hebräischen Wort steckt schon im „schmelzen“ auch schon die „Prüfung“ drin, was dann im zweiten Wort nochmals vertieft wird.

    Vom Grundtext her und auch vom Zusammenhang der Kapitel bei Jeremia wird klar, dass das Ziel des Schmelzens und des Prüfens nicht ist, sein Volk aus Israeliten und Christen auf der Müllhalde zu entsorgen, weil wir nichts taugen, sondern weil Gott uns sinnvoll gebrauchen und einsetzen möchte.

    Und damit komme ich nochmal zurück zum Bild der Glocke:

    Eine Glocke hat den Sinn, Menschen zu rufen, hinzuweisen auf etwas, was gerade geschieht oder geschehen wird.

    Und z.B. in den Bergen hört man eine Glocke sehr weit. Will sagen: Unser Leben ist nicht sinnlos, sondern wir sind zu hören - und zu sehen. Die Berufung einer Glocke ist es, dass sie klingt und der Ton angenehm und stimmig ist. So kann es bei uns auch sein.

    Und deshalb schaut Gott genau hin, wenn er mit uns zu tun hat, daher läutert er uns durch den Schmelzvorgang - und ja: Da wird's uns manchmal ganz schön heiß…

    Aber vom Ziel her ist es notwendig: Ein Wohlklang - keine Misstöne - kein Scheppern wie bei einem gesprungenen Glas, was nur Unbehagen verursacht beim Gegenüber.

    Und dann treffen wir auch genau den richtigen Ton, um den Anderen mit unseren Worten und Werken zu erreichen.

    Und dafür lohnt sich dann auch ein „Schmelzvorgang“, bei dem wir manchmal auch ganz schön ins Schwitzen kommen, weil nicht jede Formung immer angenehm ist. Und es ist gut zu wissen, dass wir von einem Herrn dabei begleitet und geleitet sind, dessen Ziel es ist, dass wir ein Wohlklang für die Menschen sind, genau den richtigen Ton treffen - und so wie die Kirchenglocken Menschen zu Gott rufen.

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    Autor: Ulrich Nellen

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    5 min
  • Anerkennung
    Die Bibelstelle Offenbarung 3, 7.10 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.

    Wann wurden Ihnen das letzte Mal anerkennende Worte gesagt? Vielleicht ist es schon eine kleine Weile her, aber Sie erinnern sich sicher gerne an diesen Moment. Warum? Weil Anerkennung guttut und motiviert.

    Im Bibeltext für heute geht es um eine besondere Anerkennung. Sie richtet sich nicht an eine einzelne Person, sondern gilt einer christlichen Gemeinde.

    Wir schreiben etwa das Jahr 90 nach Christus. In der westtürkischen Stadt Philadelphia erhalten die dort ansässigen Christen eine wichtige Nachricht. Übermittelt wird sie von Johannes, dem altgewordenen Apostel. Ursprünglich ist die Nachricht Teil einer Vision, die Johannes auf der Insel Patmos von Jesus Christus empfangen hat.

    Die christliche Gemeinde zu Philadelphia ist eine von 7 Gemeinden in Kleinasien, die im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, angesprochen werden. Jede Gemeinde erhält entweder eine Warnung, eine Zurechtweisung oder Anerkennung. Was Johannes den Christen in Philadelphia überliefert, sind ermutigende Worte. Ich zitiere aus dem 3. Kapitel die Verse 7 und 10 in der Übersetzung Luther 2017:

    Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige: Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung.

    Der Zusammenhang des Bibelverses macht deutlich, dass Jesus keinen Zweifel daran lässt: Ihm ist die Situation der Christen vor Ort bekannt. Er weiß um die begrenzten Kräfte und die Herausforderungen der Gemeinde. Jesus sind die vielen Glaubensprüfungen nicht entgangen, die die Christen in Philadelphia erduldet haben.

    Da ist aber noch mehr: Jesus erinnert die Gläubigen daran, dass er der Herr über alles ist, also auch über ihre Lebensumstände. Er hält die Schlüssel in der Hand, mit deren Hilfe er Türen öffnet, die niemand mehr verschließen kann.

    Als Gemeinde in Philadelphia haben sie an den Verheißungen Jesu festgehalten und seinen Namen nicht verleugnet. Weil sie das geduldig getan haben, sagt Jesus ihnen zu, dass er sie nun vor der großen Prüfung bewahren wird.

    Genauso wie damals zurzeit der Christen in Philadelphia, sieht Jesus Christus meine Lebensumstände. Er weiß, was mich auszeichnet, worauf ich nicht stolz bin und auch das, was mir zusetzt. Er kennt meine kleine Kraft und den Wunsch, ihm treu zu bleiben.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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    4 min
  • Vorbild sein
    Der Bibelstelle Philipper 1,13-14 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.

    Manchmal braucht man ein Vorbild. Also jemanden, an dem ich mich orientieren kann, der mir zeigt, wie ich mich verhalten sollte oder was ich besser nicht tue.

    In der Familie übernehmen ältere Geschwister häufig diese Rolle. Aber es können auch Eltern, Lehrer, Kollegen oder Vorgesetzte in der Firma sein. Bei mir sind es meistens Persönlichkeiten gewesen, die mir aufgefallen sind. Die einen haben mir durch ihr Leben oder ihre Worte imponiert. Die anderen waren abschreckende Beispiele. 

    Von einem guten Beispiel erfahren die Christen in der antiken griechischen Stadt Philippi. Der Apostel Paulus schreibt ihnen einen Brief nach meiner Überzeugung aus dem römischen Gefängnis. Er bedankt sich für ihre finanzielle Unterstützung und lässt die Gemeinde wissen, dass es ihm gut geht. Er wurde nach Rom gebracht, wo er nun auf sein Gerichtsverfahren vor dem Kaiser wartet.

    Paulus schreibt: Dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Prätorium und bei allen andern offenbar geworden, und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu. Philipper 1,Vers 13–14

    Jedem Soldaten im Prätorium ist also bekannt, warum Paulus einsitzt. Er ist kein gewöhnlicher Verbrecher. Im Gegenteil! Paulus ist wegen seines Glaubens an den auferstandenen Jesus Christus in Gewahrsam, den er seinen Herrn bezeichnet.

    Manche Zeitgenossen hat das beeindruckt. Aus anderen Quellen ist bekannt, dass das Evangelium auch römische Soldaten bewegt hat. Einige haben sich sogar dem christlichen Glauben zugewandt.

    Gut gewählte Worte können hilfreich sein, wenn es darum geht, den Glauben zu bezeugen. Aber manchmal sind es die kleinen Gesten, die beobachtet werden und Fragen auslösen. Ich muss beispielsweise an die Gruppe der Fußballer denken, die sich nach dem Sieg des ersten WM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft am Mittelkreis zu einem kurzen Gebet versammelt haben. Spieler aus beiden Mannschaften beteten miteinander, als sei das das Normalste der Welt. Dem staunenden Publikum entging nicht, was diese Sportler mit ihrer Geste ausdrückten. – Erinnern Sie sich noch an die aufgeregte Diskussion in den Medien, die dieser kurzen Gebetszeit folgte?

    Wenn ich meinen Glauben lebe, indem ich das tue, was sich in diesem Moment richtig anfühlt, wird das auffallen. Das war damals im römischen Prätorium so und es ist knapp 2000 Jahre später auf einem Fußballfeld genauso.

    Mir stellt sich die Frage: Wie kann ich meinen Glauben so leben, dass andere davon Notiz nehmen?

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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