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Das Jahr 2026 begann mit einem politischen Erdbeben. Die US-Intervention in Venezuela mit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro machte Schlagzeilen. Nach diesem eklatanten Bruch des Völkerrechts macht sich Sorge breit, was das nächste Ziel sein könnte: Grönland, Kuba oder Kolumbien?
Selten war die Zukunft so unberechenbar. Zu verstehen ist das alles durch die verschiedenen Machtzentren in der Trump Administration, die jeweils eigene Ziele verfolgen, kaum mehr durch Recht gebunden, zentriert auf einen eitlen alten Mann. Das Stichwort hieß Polykratie, einem Konzept, das anhand der Analyse des Naziregimes entwickelt wurde, um die Radikalisierung des Regimes zu erklären.
Wir sprechen mit Adam Tooze, Wirtschaftshistoriker, Professor an der Columbia Universität in New York und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Sein Newsletter "Chartbook" informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
Hosts: Jörg Haas und Sarah Ribbert, Referat Globalisierung und Transformation, Heinrich-Böll-Stiftung
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Weiterführende Links:
Adam Tooze Chartbook 423 zu Venezuela
Adam Tooze Chartbook 424 zu Venezuela
Chartbook zum Angriff auf Fed Chair Powell
Trump says he’ll unleash Venezuela’s oil. But who wants it?
US-Intervention in Venezuela: Europa darf sich jetzt nicht wegducken
Kohleverstromung sinkt in Indien und China
Polykratie – Ein Schlüssel zur Analyse der NS-Herrschaftsstruktur?
Kapitelmarken:
(00:00) Intro
(01:54) Trumps Intervention in Venezuela
(10:29) Gewalt und Special Forces
(15:04) Grönland — und warum es keinen Sinn macht
(17:36) US Innenpolitik und Widersprüche rund ums Öl
(21:29) Die Trump-Politik und MAGA Machtzentren
(28:44) Fed Zentralbankchef unter Beschuss
(37:50) Polykratie als Erklärung?
(39:58) Klima-Energie-Venezuela
(43:44) Postreale Energiepolitik unter MAGA
(48:54) Outro: Weißt das alles nun?
Credits: Sophie/Adobe Stock; WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs, alle Rechte vorbehalten.
Im November fanden gleich zwei globale Großereignisse statt: Der Klimagipfel COP30 in Brasilien und der Gipfel der G20 in Südafrika. Wir diskutieren, was sie uns über das Mächteringen um fossile Energien und den Klimaschutz sagen.
Während eine Initiative zum Ausstieg aus den fossilen Energien bei der COP am Widerstand von Saudi-Arabien, Russland und anderen Ölstaaten scheiterte, erreichte Südafrika in Johannesburg eine erstaunlich progressive Abschlusserklärung der G20. Parallel zu den Gipfeln verhandelte Trump in Washington mit dem saudischen Kronprinz Mohamad bin Salman über Rohstoff- und Rüstungsdeals sowie milliardenschwere Investitionen. Zugleich übernahm Trumps Abgesandter Steve Witkoff weitgehend russische Positionen bezüglich des Ukrainekriegs. Das passt zur neuen Sicherheitsstrategie der USA, die das Ziel amerikanischer Energiedominanz verkündet, Russland kaum erwähnt, und der Europäischen Union und ihren Klimaambitionen feindselig gegenüber steht. Was bedeutet all dies nun für den Zustand unserer Welt? Welche neuen Allianzen zeigen sich in der Geopolitik der Klimakrise? Und welche Rolle spielen eigentlich solche multilateralen Treffen wie die COP und G20 noch?
Adam Tooze ist Wirtschaftshistoriker, Professor in New York und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Sein Newsletter "Chartbook" informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
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Weiterführende Links:
Böll-Dossier zu COP30
Carbon Brief zu den Ergebnissen der COP30
Nationale Sicherheitsstrategie der USA
US State Department zur US G20 Präsidentschaft
G20 Website der USA
MME21 Klima, Wälder und Erpressung
MME 20 Chinas Klimaziele / Solarboom in Pakistan und weltweit
MME17 Jenseits von Öl und Gas: Golfstaaten im Umbruch
Kapitelmarken:
(00:00) Intro
(03:08) Rückblick auf COP 30 in Belém
(11:37) Achse der fossilen Mächte?
(14:45) Dekarbonisierung in China
(18:55) Klimakoalitionen der Willigen
(24:13) CO2 Bepreisung & Dekarbonisierung der Industrie
(26:45) Rückblick auf die südafrikanische G20
(30:09) US-amerikanische G20 Präsidentschaft & Außenpolitik
(41:30) Outro
Credits: IMAGO / Icon Sportswire, WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs.
Es ist wieder Klimagipfel – der mittlerweile dreißigste, die COP30. Dieses Jahr trifft sich die Welt im brasilianischen Belém, dem Tor zum Amazonas. Selten zuvor fand ein Gipfel in einem so schwierigen politischen Klima statt – und dies obwohl die globale Energiewende im Aufschwung ist wie nie zuvor. Erst vor kurzem haben die USA sogar mit Drohungen gegen Verhandler*innen ein globales Abkommen zur Reduktion von Emissionen der Schifffahrt blockiert. Vielleicht ist Präsident Lula daher gar nicht so unglücklich, dass Donald Trump seine Teilnahme an COP30 abgesagt hat.
Wir sprechen mit Adam Tooze darüber, wie die Trump-Administration aus ideologischen Gründen einen klimapolitischen Rollback versucht, und wie der Gastgeber Brasilien in Belem ein Finanzierungsmodell zur Rettung der Regenwälder auf den Weg bringen will, das dem von Hedgefonds ähnelt.
Adam Tooze ist Wirtschaftshistoriker, Professor in New York und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Sein Newsletter "Chartbook" informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
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Weiterführende Links:
Böll-Dossier zu COP30
Zum Beschluss des Umweltrats der EU
MME18 – Deal, Deals Deals: Der EU-US Handelsdeal und weitere Trump-Deals
Zu den US-Drohungen gegen Diplomaten
The US Just Sank Shipping's Big Plan for Decarbonization, What Now? | Ep229: Tristan Smith.
US and Qatar issue energy and trade threats to EU over climate rules
Zur Tropical Forest Forever Facility
Kritik der TFFF
Kapitelmarken:
(00:01) Intro
(02:32) Geschichtliche Einordnung der COP30
(11:08) UN-Abkommen zu Emissionsminderungen in der Schifffahrt
(17:05) EU-Lieferkettengesetz & Digital Services Act
(23:04) 2026: US-Vorsitz der G20
(25:30) 2026: Frankreichs G7-Vorsitz
(28:23) Tropical Forest Forever Fund (TFFF)
(42:40) Outro
Credits: Marcio I. Sá/Adobe Stock, alle Rechte vorbehalten; WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs.
Den neuen böll.podcast findet ihr hier!
In Teil 1 der Episode sprechen wir mit Adam Tooze noch einmal über China. Es geht um Chinas Klimaziel, das Xi Jinping vor den Vereinten Nationen verkündet hat, wie ambitioniert es ausgefallen ist, und warum auch im autoritären China Politik eine Rolle spielt.
Im Teil 2 analysieren wir den unglaublichen Solarboom, der plötzlich an vielen Stellen der Erde aufkommt. Sonnenenergie wächst schneller als jede andere Energieform in der Geschichte der Menschheit. Die Preise für Photovoltaik sind in den letzten Jahren massiv gesunken und ermöglichen es nun privaten Haushalten und Unternehmen billigen Strom von der Sonne zu beziehen: Eine Energiewende von unten. Man kann diese Entwicklung besonders eindrucksvoll im Moment in Pakistan beobachten, aber auch in Nigeria, den USA und nicht zuletzt hier in Deutschland. Der Think tank Ember spricht von einer "Electrotech-Revolution".
Adam Tooze ist Wirtschaftshistoriker, Professor in New York und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Sein Newsletter "Chartbook" informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
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Weiterführende Links:
Ankündigung von Xi Jinping beim UN-Klimagipfel: Meldung der chinesischen Vertretung bei den Vereinten Nationen
Ember: Global Electricity Review 2025
Ember: China Cleantech Exports Data Explorer
Ember; The first evidence of a take-off in solar in Africa
Volts-Podcast zu Pakistans Solarboom
Here Comes the Sun von Bill McKibben
Kapitelmarken:
(00:00) Intro
(01:40) Warum fallen die Klimaziele Chinas (NDCs) so unambitioniert aus?
(11:05) Solarboom in Pakistan: Die Hintergründe
(18:21) Historische Entwicklung der Stromversorgung in Pakistan
(27:21) Energiewende in Nigeria, am Golf, in Texas und anderswo
(32:52) Klimaschutz oder Elektrotech-Revolution?
(45:34) Outro
Grafik: Malik/AdobeStock, alle Rechte vorbehalten; WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs
China spielt eine Schlüsselrolle, wenn es um die globalen Klimaziele geht, im Guten wie im Schlechten. Kein anderes Land stößt so viele Treibhausgase aus. Momentan sind es mit 31 Prozent sogar mehr als die USA, die EU und Indien zusammen. Gleichzeitig baut kein anderes Land so massiv erneuerbare Energien aus. China ist damit beides, der größte Kohleverbraucher der Welt und zugleich Weltmeister beim Ausbau von Wind- und Solarkraft. Es ist ein Land voller Widersprüche, das in seinen Dimensionen und mit seinem politischen System unsere gewohnten Maßstäbe sprengt.
In dieser Folge diskutieren wir mit Adam Tooze, warum die Energiewende in China so erfolgreich ist, wie sie sich von der in Europa und der USA unterscheidet, und welche Rolle Klimaschutz und der weitere Ausbau von Kohlekraftwerken dabei spielt.
Adam Tooze ist Wirtschaftshistoriker, Professor in New York und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Sein Newsletter "Chartbook" informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
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Weiterführende Links:
Böll Dossier zur kommenden Klimakonferenz
Carbon Brief zu China
Chinas Solar- und Onshore-Windkapazität erreicht neue Höhen
Bildcredits: alexlmx/AdobeStock, alle Rechte vorbehalten; WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs
Am 27. Juli reiste EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Schottland, um Donald Trump auf seinem Golfplatz zu treffen und mit ihm den EU-USA-Handelsdeal zu besiegeln. Für Donald Trump war dies ein Triumph, der französische Premierminister François Bayrou sprach hingegen von einem düsteren Tag und von der Unterwerfung der EU. Nicht ganz so drastische Worte fanden Ökonom*innen in Deutschland, die den Deal zwar mehrheitlich als wirtschaftlich nachteilig aber eben doch den realen Machtverhältnissen entsprechend bewerteten.
Mit Adam Tooze sprechen wir über diesen »größten Deal aller Zeiten« (Trump). Wie belastbar ist die Einigung? Was davon ist eigentlich real oder was ist nur Show? Welche Folgen ergeben sich wirtschaftlich, geopolitisch und für den Klimaschutz? Wie schneidet der EU-US-Deal ab im Vergleich zu anderen Handelsdeals von Trump? Wir diskutieren seine Erpressung von Brasilien und Indien und wie das dort politisch ankommt, wie China sich wehrt, und was es bedeutet, wenn die internationale Handelsordnung durch Deals ersetzt wird.
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Weiterführende Links:
Unterschiede zwischen der US- und der EU-Lesart des „Deals“
Bloomberg Tariff Tracker
Grüner Vorstoß für eine neue Allianz für Handel und Klima
The Emperor‘s New Trade Deal by Paul Krugman
Grafik: IMAGO / Zuma Press Wire / White House, alle Rechte vorbehalten; WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs.
Die drei südlichen Golfstaaten Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) waren über den kürzlichen Angriff Israels auf den Iran wenig erfreut. Knapp die Hälfte der weltweiten Vorräte an Öl und 40% der globalen Gasvorräte lagern rund um den persischen Golf und werden maßgeblich über die vom Iran kontrollierte Straße von Hormus exportiert. Katar, Saudi-Arabien und die VAE wurden durch diese fossilen Rohstoffe reich und mächtig. Gleichzeitig diversifizieren sie ihre Wirtschaft – auch mit massiven Investitionen in Erneuerbare Energien.
Es sind Länder, die seit Jahrzehnten eng mit den USA verbunden waren, und die doch heute eine sehr eigenständige Politik machen. Welche Rolle spielen eigentlich diese »globalen Player« in der globalen Politik und der Weltwirtschaft? Wie gestalten sie ihre Beziehungen zu ihrer Nachbarschaft in Afrika? Und welche Rolle nehmen sie ein in der Transformation zu einer post-fossilen Welt?
Darüber diskutieren wir mit Adam Tooze, Wirtschaftshistoriker und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins »Surplus«. Sein Newsletter »Chartbook« informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
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Weiterführende Links:
Interview des Surplus Magazins mit Adam Tooze
Pro Kopf Emissionen der Golfstaaten, der USA und Europas nach Our World in Data
Pro Kopf Emissionen dieser Staaten nach Weltbankdaten
Energy Transition in the Gulf: Best Practices and Limitations
Petrochemicals set to be the largest driver of world oil demand, latest IEA analysis finds
Top 10 African countries receiving the most Middle East investments
Gulf countries are becoming major players in Africa
Qatar will ‘stop’ EU gas sales if fined under due diligence law
Mit den 2015 verabschiedeten Zielen für nachhaltige Entwicklung und dem im gleichen Jahr angenommenen Pariser Klimaabkommen hat sich die Menschheit entschlossen, die Klimakatastrophe zu bekämpfen, Armut und Hunger zu überwinden, den Zugang zu sauberem Wasser und sauberer Energie sicherzustellen, die Artenvielfalt zu schützen und Geschlechtergerechtigkeit herzustellen. Nun haben sich die USA aus den Abkommen zurückgezogen und Donald Trump hat die ganze Agenda 203 als „woke“ denunziert. Ein Anlass, über das Verhältnis zwischen US Hegemonie und der Idee globaler nachhaltiger Entwicklung nachzudenken.
Das Gespräch mit Adam Tooze fand im Nachgang seiner Rede auf dem ersten Berlin Forum on Global Cooperation statt. Die Rede fand ein großes Echo, da sie liebgewonnene Selbstverständlichkeiten in Frage stellte. Ist die Agenda 2030 apolitisch, gar antipolitisch? War das Versprechen Nachhaltiger Entwicklung jemals ernst gemeint? Was würde es überhaupt geopolitisch bedeuten, wenn Entwicklungsländer substantiell wirtschaftlich aufholen würden? Und von wem hängt es nun ab, ob Klimaschutz im großen Stil stattfindet, wie es nötig ist?
Adam Tooze ist Wirtschaftshistoriker und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Sein Newsletter "Chartbook" informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
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Weiterführende Links:
Adam Tooze Keynote beim Berlin Forum auf Englisch
Adam Tooze Keynote beim Berlin Forum auf Deutsch
Kapitel:
(00:01) Intro
(02:03) Warum sind die USA gegen die SDGs?
(04:44) Ist nachhaltige Entwicklung mit US-Hegemonie vereinbar?
(14:00) Internationale Kooperation und SDGs
(23:23) Globale Emissionen & Klimaschutz
(30:48) Umdenken der Klimastrategien & Industrie
(36:37) Wie weiter in der Entwicklungspolitik?
(42:30) Outro
Credits: MintBlack/Adobe Stock, alle Rechte vorbehalten; WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs.
Der US-Dollar ist keine Währung wie jede andere; er gilt als Leitwährung des globalen Finanzsystems. Ein Großteil des Welthandels wird in Dollar abgewickelt, und die meisten Zentralbanken halten den überwiegenden Teil ihrer Währungsreserven in der US-Währung. Somit kommt dem US-Dollar eine außergewöhnliche Rolle in der Weltwirtschaft zu.
Könnte sich das nun ändern? Im Zuge der neuen US-Zollpolitik von US-Präsident Trump kam es zu einer deutlichen Abwertung des Dollars gegenüber dem Euro und anderen wichtigen Währungen. Mit Adam Tooze sprechen wir darüber, ob damit die privilegierten Rolle des Dollars im Weltfinanzsystem am Ende sein könnte. Könnten der Euro oder chinesische Yuan an seine Stelle treten? Auch die als BRICS+ zusammengeschlossenen großen Entwicklungsländer (unter anderem Brasilien, Indien, China und Südafrika) diskutieren seit langem Alternativen zum Dollar. Wie stellt sich die Situation für Entwicklungs- und Schwellenländer dar, die stark vom derzeitigen Dollarsystem abhängen?
Adam Tooze ist Wirtschaftshistoriker und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins "Surplus". Sein Newsletter "Chartbook" informiert über wirtschaftliche und politische Entwicklungen weltweit.
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Weiterführende Links:
Debt Justice UK: US tariffs will intensify debt crisis in lower-income countries
Treasury Secretary Scott Bessent Remarks before the Institute of International Finance.
Trumps »Tag der Befreiung« schadet den USA und der Weltwirtschaft
KfW Research: Präsident Trumps Spiel mit dem Status der USA: Kurz- und langfristige Effekte der Wirtschaftspolitik
Projekt zur Entschuldung von Entwicklungsländern
Vorwort von Indermit Gill im Internationalen Schuldenreport der Weltbank
Die globale Schuldenkrise vieler Entwicklungsländer und ihre Verflechtung mit der Klimakrise
Alle Folgen & Shownotes von Märkte, Mächte, Emissionen
Alle Podcasts der Heinrich-Böll-Stiftung findet ihr hier.
Kapitel:
Credits: dlyastokiv, BillionPhotos.com/AdobeStock; WEF/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs.
Ist Trumps Zollpolitik und der ihr folgende Börsencrash industriepolitische Strategie oder eine Waffe in geopolitischen Auseinandersetzungen? Mit Wirtschaftshistoriker Adam Tooze diskutieren wir die vor wenigen Tagen von US Präsident Trump verkündete neue Welle von Zöllen auf praktisch alle Importe in die USA. Die Folge: Weltweit stürzen die Börsenkurse ab. Wie lässt sich Trumps Zollpolitik verstehen – ist sie Teil einer langfristig angelegten industriepolitischen Strategie, oder eher eine beliebig genutzt Waffe in geopolitischen Auseinandersetzungen?
Wir diskutieren mit Adam Tooze auch die allgemeine Rolle von Zöllen in der Wirtschafts- und Klimapolitik. Ein wichtiges Stichwort ist dabei CBAM - eine Art Klima-Zoll -, mit denen die EU die Transformation ihrer CO2-intensiven Industrien gegenüber anderen Staaten absichert. Inwieweit handelt es sich hierbei um Protektionismus? Und: welche Rolle werden zukünftig die klassische Freihandelspolitik und Freihandelsabkommen spielen?
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Weiterführende Links:
Böll EU Brief 01/25: Trading Partners? Europe‘s options against Trump‘s tariffs
Chartbook 368 “I have only committed the mistake of believing in you, the Americans.” The day after Trump's "Liberation Day" in SE Asia.
Trumps »Tag der Befreiung« schadet den USA und der Weltwirtschaft
Trade deficits do not make a country poorer
The EU-Mercosur Free Trade Agreement
Alle Folgen & Shownotes von Märkte, Mächte, Emissionen
Alle Podcasts der Heinrich-Böll-Stiftung findet ihr hier.
Kapitel:
Credits: bluedesign/Adobe Stock, alle Rechte vorbehalten; World Economic Forum/flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Montage: hbs.
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